Projekt : Gehörlose Schüler spielen Theater

In Gebärdensprache probt Barbara Uhlendorf, Lehrerin am Landesförderzentrum „Hören“ in Güstrow, mit den Schülern das Stück
In Gebärdensprache probt Barbara Uhlendorf, Lehrerin am Landesförderzentrum „Hören“ in Güstrow, mit den Schülern das Stück

Komponist Helmut Oehring inszeniert eine Aufführung mit Musik und Gebärdensprache. Schüler aus Rostock und Güstrow wirken mit.

svz.de von
19. Dezember 2014, 06:00 Uhr

Ein szenisches Konzert von und mit Gehörlosen – kann das funktionieren? Ja, sagen Komponist Helmut Oehring und Librettistin Stefanie Wördemann aus Berlin. In Zusammenarbeit mit dem Volkstheater und mithilfe von Fördermitteln der Bundesregierung haben sie das szenische Konzertabenteuer „Jona, Jonas und der Wal“ in die Hansestadt gebracht. „Ein szenisches Konzertabenteuer, das bedeutet eine Mischung aus Musik- und Tanztheater“, erklärt Komponist Oehring – übrigens genau die Sparten, die in Rostock von der Streichung bedroht sind. Inhaltlich dreht sich alles um Figuren, die auf der Suche nach neuen Möglichkeiten der Kommunikation sind, so Librettistin Wördemann.

Die Protagonisten des Stückes sind in erster Linie die Schüler des Sprachheilpädagogischen Förderzentrums Rostock sowie des Landesförderzentrums „Hören“ in Güstrow, aber auch einige Gast-Solisten und Instrumentalisten der Norddeutschen Philharmonie. Insgesamt 19 Schüler im Alter von acht bis vierzehn Jahren inszenieren die Theaterszenen des etwa 45-minütigen Konzerts des Komponisten Oehring, der zwar selbst hören kann, jedoch Kind gehörloser Eltern ist. Das Stück lebt von beeindruckenden Lichteffekten, von eingespielten Texten und Theaterszenen in Gebärdensprache.

Erst seit Montag proben die Schüler gemeinsam mit dem Orchester für den großen Auftritt, sagt Librettistin Wördemann, aber natürlich wurden an den Förderschulen bereits zuvor Projekte zum Stück angeboten. Die Premiere wird heute um 14 Uhr im Orchesterprobenraum im Haus der Musik mit den Eltern und Förderern des Projektes gefeiert. Am 9. Januar findet im Großen Saal des Volkstheaters eine zweite Vorstellung statt, für die noch einige Restkarten verfügbar sind.

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