Rostock : Gehlsdorf nimmt Flüchtlinge auf

Rund 300 Menschen kamen zur Einwohnerversammlung.
Rund 300 Menschen kamen zur Einwohnerversammlung.

Gemeinschaftsunterkunft für 320 Asylbewerber entsteht in Langenort / Umbauarbeiten bis März angesetzt / Einwohner wollen helfen

svz.de von
17. November 2015, 22:34 Uhr

In Gehlsdorf entsteht eine Gemeinschaftsunterkunft für 320 Asylbewerber. Dafür soll bis spätestens März ein ehemaliges siebenstöckiges Bürogebäude in Langenort 10 umgebaut werden. Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke) stellte sich gestern bei einer Einwohnerversammlung im Michaelshof den Fragen der Gehlsdorfer. Unterstützt wurde er vom Leiter der Polizeiinspektion, Peter Mainka, und Ortsamtsleiter Wolfgang Westphal.

„Es war eine sehr sachliche Diskussion. Dass nicht alle Fragen beantwortet werden können, das ist klar“, sagte Westphal. Denn: Die Anwohner sollten so früh es geht informiert werden. Der Vertrag für das Gebäude mit dem Eigentümer ist noch nicht unterschrieben, aber in Vorbereitung. Absegnen muss ihn das Land. Als Laufzeit sind zunächst fünf Jahre angesetzt. Der Betreiber der Einrichtung steht noch nicht fest. Vereine und Hilfsorganisationen hätten schon Interesse bekundet.

Rund 300 Menschen waren der Einladung zur Versammlung gefolgt. Ab und an ging ein Raunen durch die Menge, gerade weil noch nicht alles geklärt ist, etwa die Verteilung der Flüchtlinsgkinder auf Schulen. Aber die Stimmung blieb deutlich entspannter als bei der Infoveranstaltung zur Gemeinschaftsunterkunft in Reutershagen. „Ich mache mir Sorgen um die Sicherheit meines Sohnes“, sagte eine Mutter ganz konkret. Peter Mainka beruhigte: Weder hätten Flüchtlinge bisher Kinder auf Spielplätzen angegriffen, noch hätte sich mit den steigenden Flüchtlingszahlen in Rostock die Zahl der Straftaten erhöht. Permanent überwacht werde das künftige Heim nicht, aber regelmäßig Streife gefahren. Wenn im seit Jahren bestehenden Heim etwas passiere, dann seien es Streitigkeiten der Bewohner – nicht mit den Nachbarn. Unsicherheit, wer denn nun im nächsten Jahr komme, blieb. Aber auch der Wunsch zu helfen: Die Initiative „Gemeinsam in Gehlsdorf“ will sich für die Integration und gute Nachbarschaft einsetzen.

„Wir haben davon auszugehen, dass die Hansestadt im kommenden Jahr etwa 3000 Asylbewerber aufzunehmen hat“, erklärte Bockhahn ihnen die Hintergründe der Entscheidung für das Heim. Das Land weist die Flüchtlinge zu. Gemeinschaftsunterkünfte sollen im gesamten Stadtgebiet entstehen. „Wir sind nach wie vor in der Prüfung von über 20 Einrichtungen in der Stadt“, sagte der Senator.

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