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15. Dezember 2017 | 20:41 Uhr

Gehlsdorf begrüßt neuen Pastor

vom

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erstellt am 05.Aug.2013 | 09:11 Uhr

Gehlsdorf | Viel zu feiern hatten der Michaelshof und die Kirchgemeinde Sankt Michael in Gehlsdorf am vergangenen Wochenende. Sie haben ihren neuen Pastor Dietmar Cassel (47) begrüßt und gleichzeitig den 100. Jahrestag des Wichernhauses auf dem Gelände der evangelischen Pflege- und Fördereinrichtung begangen.

Als erste Amtshandlung hat Cassel sich am Sonnabend bei den Mitarbeitern und Bewohnern des Michaelshofes vorgestellt. Er übernimmt dort eine halbe Stelle und wird als Seelsorger für die Mitarbeiter tätig sein und Pastor Jens-Uwe Goeritz (47) unter anderem bei Gottesdiensten und Andachten unterstützen. Außerdem möchte er kontinuierliche Angebote für die Mitarbeiter schaffen. Eine weitere halbe Stelle übernimmt Cassel als Pastor in der Kirchgemeinde, die ihr Gemeindehaus direkt nebenan in der Uferstraße hat. "So habe ich kurze Wege. Mein Ziel ist es, Gemeinde und Diakonie miteinander zu verknüpfen", sagt er. Am Sonntag wurde er von Propst Wulf Schünemann feierlich in sein Amt eingeführt.

Familienvater zuvor in Belitz tätig

Cassel lebt seit 1994 in Mecklenburg-Vorpommern. Er stammt aus der Region zwischen Hamburg und Bremen. Er ist verheiratet und hat zwei Söhne, Friedrich (7) und Konrad (12). Rostock kennt er bereits durch seine Tätigkeit als Leiter der Kontakt- und Beratungsstelle der Rostocker Stadtmission. Dort hat er 1997 seinen Dienst angetreten. Nachdem die Stelle 2004 aufgelöst wurde, war er für neun Jahre als Pastor in Belitz tätig. "Ich bin froh, in Gehlsdorf die zwei halben Stellen übernehmen zu können. Einige Bewohner des Michaelshofes kenne ich von meiner Arbeit in der Stadtmission", so Cassel.

Am Sonnabend nutzte der Familienvater die Gelegenheit, bei der Jubiläumsfeier des Wichernhauses mit den Bewohnern und Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen. Matthias Köhler (42), Leiter des Wichernhauses, berichtete ihm über die Historie des Gebäudes: "Es handelt sich um einen Stahlbetonblockbau mit Koksbefeuerung, die Baukosten lagen damals bei 120 000 Reichsmark." Nach der Grundsteinlegung 1912 wurde es 1913 eingeweiht. Während des Ersten Weltkrieges musste das Beheizen wegen Mangel an Koks eingestellt werden. 1945 erlitt das Gebäude weitere Schäden und wurde in den 50er-Jahren renoviert und das Dachgeschoss ausgebaut. "1989/99 wurde das Gebäude komplett entkernt und bekam eine neue Fassade", so Köhler. Heute leben dort 48 Menschen mit Handicap zwischen 25 und 75 Jahren. "Das Besondere an dem alten Haus sind die individuellen Wohnräume mit Dachschrägen und Erker", sagt Göritz, Direktor des Michaelshofes. Wer da hineinkommt, werde in die Mitte genommen. "Jede Seele soll in diesem Haus Gutes erfahren", ergänzt er. Bürgerschaftspräsidentin Karina Jens (CDU) bewundert das Engagement des Michaelshofes: "Der Dienst am Menschen mit Handicap wird hier gelebt."

Ebenfalls begrüßt wurde Clementine Spengler. Sie übernahm mit dem 1. August die Leitung des Wohnbereichs. Zudem startete die neu gegründete integrative Grundschule des Michaelshofes ihren ersten Jahrgang.

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