Iniative freier Horizont : Gegner von Windrädern begehren auf

Bei Gastronomin Steffi Eicher von Carls in der Mühlenstraße stößt Mathias Ehlers auf offene Ohren: Hier liegen alle drei Unterschriftenlisten aus. Weitere Geschäfte und Lokale sollen folgen.
Bei Gastronomin Steffi Eicher von Carls in der Mühlenstraße stößt Mathias Ehlers auf offene Ohren: Hier liegen alle drei Unterschriftenlisten aus. Weitere Geschäfte und Lokale sollen folgen.

Initiative sammelt Unterschriften für Mindestabstände.

svz.de von
28. April 2015, 14:00 Uhr

„Keine Windkraftanlagen in Küstennähe“ – das fordert die Initiative freier Horizont, zu der auch die Gruppe „Freie Ostsee Warnemünde“ zählt. Zu dieser gehören Dietmar Vogel vom Handels- und Gewerbeverein und Mathias Ehlers. Beide gehen momentan im Ostseebad Klinkenputzen. Sie suchen nach Mitstreitern in Warnemünde und Rostock, die Unterschriftenlisten für zwei Volksbegehren und eine Volksinitiative in ihren Läden und Lokalen auslegen.


Offshoreanlagen werden immer höher


„Es geht uns darum, die einmalige Küstenlandschaft an der Ostsee für uns und unsere Gäste zu schützen und zu erhalten“, erklärt Ehlers. Windkrafträder am Horizont sorgen in seinen Augen nicht gerade für touristischen Aufschwung. Dennoch betont Ehlers: „Wir wollen Windenergie nicht grundsätzlich verhindern, aber wir fordern bei den Offshoreanlagen auf See einen akzeptablen Abstand zur Küste.“ Statt zehn Kilometern möchte die Initiative erreichen, dass es gesetzlich geregelt wird, eine Distanz von 20 Kilometern zur Küste und an Land zwei Kilometern zur Wohnbebauung nicht zu unterschreiten. Denn die Offshoreanlagen werden immer höher. „Die Energiewende ist notwendig, aber sie darf sich nicht gegen die Bevölkerung richten“, so Ehlers.

Bei Gastronomin Steffi Eicher vom Carls in der Mühlenstraße stößt der Warnemünder auf offene Ohren. Ein Schild in der Tür weist auf die Unterschriftenlisten hin. Sie sind alle gleich wichtig, zweimal handelt es sich um ein Volksbegehren und einmal um eine Volksinitiative. Vor ein paar Tagen sind die Volksbegehren gestartet: Eines richtet sich gegen die Landesbauordnung und das andere gegen das Landesplanungsgesetz. Beide haben die Festschreibung größerer Mindestabstände im Inland und zur Küste zum Ziel.

Für ein Volksbegehren werden 120 000 Unterschriften aus Mecklenburg-Vorpommern benötigt. Die Volksinitiative möchte erreichen, dass sich der Landtag schneller mit dem Gesetzentwurf zur Änderung der Landesbauordnung befasst. Seebäder wie Kühlungsborn und Graal-Müritz haben erfolgreich Protest gegen die Windkraftanlagen eingelegt. Auch, weil die Bürgermeister an der Spitze der Bürgerinitiativen stehen. Als Vorranggebiete für Windenergie übriggeblieben sind Warnemünde und Diedrichshagen. Ehlers sagt: „Viele Warnemünder verstehen nicht, warum der Tourismus in Warnemünde weniger schützenswert sein soll als anderswo.“

Kontakt: Mathias.Ehlers@arcor.de

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