zur Navigation springen
Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. August 2017 | 16:18 Uhr

Landwirtschaft : Gegenentwurf zur Massenhaltung

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Landwirtschaftsbetrieb Gut Wardow von Wolfgang Grimme und Jutta von Kuick setzt auf Zweitnutzungshühner

„Klasse statt Masse“, diesem Motto haben sich Dr. Wolfgang Grimme und Jutta von Kuick verschrieben. Sie leben seit 2010 auf dem Gut Wardow bei Laage und betreiben hier seit 2013 mit vier Mitarbeitern das Gegenbeispiel zur industriellen Landwirtschaft. Neben Wasserbüffeln und etwa 400 Mutterschafen sowie 70 Lämmern leben auf dem etwa 100 Hektar großen, nach Bioland-Kriterien zertifizierten Betrieb auch rund 1000 Hühner der Rasse Les Bleus. „Das Besondere an der Rasse ist, dass es sich hierbei um ein Zweitnutzungshuhn handelt“, sagt Geschäftsführer Grimme.

Zweitnutzungshühner sind Tiere, die nicht so hochgezüchtet und produktiv sind wie sogenannte Hybride, auf Leistung ausgelegte Tiere, die entweder besonders schnell viel Fleisch ansetzen oder viele Eier legen. Dafür müssen bei Zweitnutzungstieren keine männlichen Küken getötet werden, wie es bei Hybrid-Legehennen der Fall ist. „Die Idee zu diesem Konzept der Landwirtschaft kam uns beim Protest gegen eine geplante Hähnchenmastanlage, die hier in der Gegend entstehen sollte“, sagt Grimme. „Wir haben uns überlegt, wie geht es besser.“ Und ihr Konzept mit den Zweitnutzungstieren, bei denen sowohl männliche als auch weibliche Tiere verwertet werden, geht auf. „Diese Art von landwirtschaftlichem Betrieb, wie wir ihn betreiben, ist auch wirtschaftlich möglich“, unterstreicht Grimme.

„Die Les Bleus-Hennen haben im Vergleich zu Hybridhühnern mit 200 bis 220 Eiern pro Jahr eine Legeleistung von etwa 60 bis 70 Prozent. Sie liefern aber gute Eier und sind später als Suppenhuhn in der Küche einsetzbar“, weiß Jutta von Kuick. Und die Hähnchen dürfen auf dem Gut Wardow bis zu 120 Tage alt werden. „Dafür geben wir unseren Kunden ein Qualitätsversprechen. Andere Hähnchen werden nur rund 30 Tage alt, bevor sie geschlachtet werden“, so Jutta von Kuick. Das Gut Wardow vermarktet neben Eiern – täglich legen die Hennen bis zu 500 Stück – auch Suppenhühner, Poulets und andere Wurstprodukte. Die Qualität habe zwar ihren Preis, aber diese schmecke man auch, so Grimme. Denn die Tiere leben in Freilandhaltung in so genannten mobilen Ställen. „Die Tiere, maximal 180 Tiere pro Stallung, haben einen Auslauf von 800 Quadratmetern und können im Gras nach Käfern und Würmern suchen und im Sand scharren“, so Kuick. Etwa alle 14 bis 21 Tage werden die Ställe auf der Weidefläche bewegt, sodass die Tiere immer genügend frisches Gras vorfinden und munter vor sich hinpicken können.

Infos: www.gut-wardow.de

zur Startseite

von
erstellt am 13.Jul.2016 | 08:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen