zur Navigation springen
Norddeutsche Neueste Nachrichten

19. November 2017 | 02:19 Uhr

Gefahren in Lütten Klein auf der Spur

vom

svz.de von
erstellt am 23.Feb.2012 | 08:54 Uhr

Lütten Klein | Mittlerweile dämmert es, die Straßenlaternen sind - dort wo sie vorhanden sind - angegangen. Eine große Gruppe von Frauen und einigen Männern pilgert durch Lütten Klein - unter ihnen die Gleichstellungsbeauftragte der Hansestadt, Brigitte Thielk. Sie ist zusammen mit dem Arbeitskreis "Frauen und lokale Agenda" die Initiatorin des gestrigen Rundgangs durch den Stadtteil mit Blickpunkt auf Ordnung und Sicherheit.

"Wir haben das für die Frauen organisiert. Sie haben ein Interesse daran, dass sich etwas bewegt", sagt Thielk. Der Rundgang führte interessierte Anwohner vom Mehrgenerationenhaus In Via über die Danziger Straße, die Rigaer Straße, die St.-Petersburger Straße, in die Warnowallee, vorbei an der Ostseehalle, durch die Turkuer Straße und so wieder zum Mehrgenerationenhaus.

Die Zuständige für Gemeinwesen-Arbeit, Katrin Huth, von In Via hat die Route mit ihren Kollegen entwickelt. Viele Anwohnerinnen hatten sie über Gefahrenpotenziale und gruselige Ecken im Stadtteil informiert. "Ein Problem ist der Spielplatz Stockholmer Straße/Ecke Osloer Straße", sagt Huth. Er sei massiv durch Hundekot verschmutzt, findet auch Rita Kunst. Für Kinder sei das kein schöner Zustand. Bausenator Holger Matthäus (Grüne) begleitete den Rundgang, regte an, mit Haltern im Wohngebiet über hundefreie und direkt für die Vierbeiner vorgesehene Flächen zu beraten und das Grünamt zu beteiligen.

Als besonderes Problem wurde der Weg parallel zur Warnowallee, der zur S-Bahn-Station Lütten Klein führt, hervorgehoben. "Der Weg ist einfach zu dunkel", findet Claudia Blank. Die 33-jährige Mutter meidet es ohnehin, nachts durch den Stadtteil zu gehen. "Evershagen, Schmarl, Groß Klein, Lütten Klein, Lichtenhagen und Warnemünde kann man hinsichtlich von Kriminalität vergleichen", sagt Polizeihauptkommissar Holger Meysing. Lütten Klein hätte eine große Dichte an Geschäften, dadurch würde es mehr Ladendiebstähle geben, die würden die Statistik negativer erscheinen lassen. Überfälle und tätliche Angriffe wären in Lütten Klein aber auch nicht häufiger als in anderen Stadtteilen. Die Probleme der Anwohner würde er aber verstehen. Mancherorts wäre eine bessere Beleuchtung wünschenswert. "Täter fühlen sich im Dunkeln häufig sicherer", sagt Meysing. Helle Wege würden so tatsächlich zu mehr Sicherheit beitragen. Weiterhin wurden auch nicht abtransportierter Bauschutt und schlechte Ampelanlagen kritisiert.

"Die Anregungen verschwinden nicht in der Schublade", versprach Thielk. Sie will Probleme in der Ortsbeiratssitzung am 1. März aufzeigen, im Arbeitskreis weiter darüber berichten und Etappenziele transparent machen. Auch Matthäus zog sein Fazit aus dem Rundgang. "Gehwege und Straßen haben teilweise eine schlechte Qualität. Da müsste man Geld reinstecken", sagte er. Und das soll auch passieren. Der Etat der Stadt für Sanierung und Radwege sei bereits hochgesetzt worden. "Das ist wichtig, kann aber nur ein Anfang sein", sagt Matthäus. "Jetzt haben wir eine Million Euro, aber immer noch einen Sanierungsstau." Der Bausenator würde sich fünf Millionen wünschen. Er will den Bedarf, den er speziell in Lütten Klein sieht, immer wieder in der Bürgerschaft vorstellen und in die Haushaltsdiskussionen einbringen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen