Mecklenburg-Vorpommern : Gefahr für die Honigbiene

Zu wenig Futter für Honigbienen.
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Zu wenig Futter für Honigbienen.

Nur 10 000 von 15 000 Bienenvölker in Mecklenburg-Vorpommern haben den Winter überlebt. Weil es an Futter mangelt, müssen die Imker sie häufiger als sonst umsetzen.

svz.de von
22. Juni 2012, 10:47 Uhr

Schwerin/Pasewalk | Das Wandern ist des Imkers Lust: Mecklenburg-Vorpommerns Honigerzeuger müssen dieses Jahr noch mehr umherziehen als sonst, um ihre Bienen satt und den Honigtopf voll zu kriegen. "Intensives Wandern über den Flugradius von fünf Kilometern hinaus bringt mehr Nektar", sagt Winfried Dyrba, Leiter des Bienenzuchtzentrums vom Landesimkerverband, in Bantin bei Ludwigslust. Wegen magerer Trachtflächen und Futtermangel müssten die Völker immer wieder auf neue Weiden umgesetzt werden.

Außerdem sei der ohnehin geringe Bienenbesatz weiter geschrumpft. Nur 10 000 von vormals 15 000 Bienenvölkern im Verband hätten den Winter überlebt. "Der Ertrag 2012 wird deutlich geringer ausfallen", schätzt Dyrba ein. 2011 fuhren die Imker eine üppige Honigernte ein: Im Schnitt bis zu 40 Kilogramm Nektar sammelte jedes einzelne der insgesamt 20 000 Bienenvölker im Land, ein Drittel mehr als im Jahr zuvor. Aktuell sind im Landesverband gut 1400 Freizeit- und etwa 20 Berufsimker organisiert.

Dabei sei Honig inzwischen wieder ein gefragtes Gut, sagte der Verbandsvorsitzende Torsten Ellmann, Hobbyimker in Pasewalk. Die Verknappung sorge für steigende Preise. In dieser Erntesaison müsse mit weit geringeren Erträgen als in den vergangenen Jahren gerechnet werden, vermutet er. Mehr als durchschnittlich 20, 30 Kilogramm Honig pro Volk kämen wohl kaum zusammen, vermutet Ellmann. Gerade zur Zeit der Rapsblüte im Mai sei es vielerorts zu kalt gewesen. Honigbienen gingen erst ab 15 Grad auf Nektarsuche für ihre Brut. "In einigen Regionen, insbesondere an der Küste, gibt es dieses Jahr gar keinen Rapshonig", sagt der Verbandschef. Wassermangel machen die Imker für das karge Futterangebot verantwortlich. Kahlfröste taten ihr übriges. Und den Völkern, die schon geschwächt aus dem Winter kamen, setze nun nicht nur die asiatische Varroamilbe zu. Auch Diebstähle und Vandalismus an Bienenkästen und -körben gebe es häufiger, beobachtet Ellmann. Der Schaden beim Verlust wertvoller Zuchtbienen sei immens. "Dagegen rüsten wir jetzt auf", kündigt er an. Überwachungskameras oder Funkmodule zum Orten der Bienenkästen seien eine Möglichkeit. Erste Hilfe könne das Verstecken der Völker hinter Büschen und Hecken bieten.

Generell gebe es im deutschen Rapsland Nummer eins, das mit 204 000 Hektar fast 19 Prozent seiner Ackerflächen mit der gelb blühenden Ölfrucht bestellt, zu wenig Bienen. Zwei Völker je Hektar wären ideal.

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