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Mindestens 27 Frauen betroffen : Gefährliche Brustimplantate auch in MV

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Vom Skandal um die minderwertigen Brust-Implantate aus Frankreich sind auch mindestens 27 Frauen in MV betroffen. Es wird befürchtet, dass das von PIP verwendete Silikon Krebs auslösen kann.

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erstellt am 17.Jan.2012 | 08:11 Uhr

Schwern | Vom Skandal um die minderwertigen Brust-Implantate aus Frankreich sind auch mindestens 27 Frauen in MV betroffen. Das hat eine Umfrage unter Kliniken und Praxen ergeben, wie das Gesundheitsministerium des Landes gestern mitteilte. Demnach haben allerdings die wenigsten der Betroffenen die umstrittenen Original-Implantate der Firma PIP erhalten. In fast allen Fällen handele es sich um nachgearbeitete PIP-Silikonkissen, die von der Firma pfm medical mit Titan beschichtet worden seien. Wie gefährlich oder sicher letztere seien, müssten Mediziner beurteilen.

Allein 52 dieser nachgearbeiteten Implantate seien 2003 und 2004 an die Helios Kliniken Schwerin geliefert worden. Derzeit würden noch 24 Frauen diese Silikonkissen im Körper tragen. Alle ermittelten Patientinnen stünden in engem Kontakt zu den Operateuren, so das Ministerium.

In den Asklepios Kliniken in Parchim und Pasewalk ist jeweils einer Frau ein beschichtetes PIP-Implantat eingesetzt worden. Während in Pasewalk bereits Kontakt zu der Patientin aufgenommen werden konnte, um die weitere Vorgehensweise abzustimmen, gestaltet sich dies in Parchim schwierig: Nach Angaben des Konzernsprechers hat die Frau ihre Rechnung geprellt und ist unbekannt verzogen.

Die Krankenhaus-Umfrage ist noch nicht ganz abgeschlossen. Das gleiche gilt für eine weitere Befragung der Kassenärztlichen Vereinigung unter niedergelassenen Chirurgen und Gynäkologen in MV. Nach bisherigen Erkenntnissen habe hier eine Frau das umstrittene Originalimplantat erhalten, so ein Ministeriumssprecher. Sie sei bereits 2011 von ihrem Operateur kontaktiert worden. Generell empfiehlt das Ministerium allen Patientinnen mit Brustimplantaten, das Gespräch mit ihren Ärzten zu suchen.

Deutschlandweit sollen bis zu 10 000 Frauen minderwertige Silikonkissen im Körper tragen. In 20 bis 25 Prozent der Fälle wurden sie aus medizinischem Anlass eingesetzt. Hier zahlen die Kassen die Kosten einer Entfernung. Bei Schönheitsoperationen hängt eine mögliche Kostenübernahme von den einzelnen Kassen ab.

Es wird befürchtet, dass das von PIP verwendete Silikon Krebs auslösen kann.

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