Rostocker Innenstadt : Gefährden Schlägereien den Weihnachtsmarkt?

Die Polizei in Rostock kontrolliert einen Verdächtigen nach einer Schlägerei im April 2017.

Die Polizei in Rostock kontrolliert einen Verdächtigen nach einer Schlägerei im April 2017.

Erneut kam es zu Auseinandersetzungen. Die Beteiligten sind bekannt

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30. November 2017, 20:45 Uhr

Offenbar hat Rostock seine Prügel-Kids noch immer nicht im Griff: Eine verbale Auseinandersetzung ist am Mittwoch gegen 21.30 Uhr am Kabutzenhof zu einer Massenschlägerei zwischen etwa 30 jungen Männern eskaliert.

Nach bisherigen Erkenntnissen gerieten zwei Gruppen aneinander, die sich auf Arabisch anschrien. Das habe ein marokkanischer Zeuge berichtet, teilt Polizeihauptkommissar Torsten Sprotte mit. Als die alarmierten Beamten eintrafen, flüchteten alle Beteiligten in unterschiedliche Richtungen. Ein Polizeihubschrauber war stundenlang im Einsatz, um die Flüchtigen zu finden. Polizeichef Michael Ebert zufolge soll es sich bei den Beteiligten um polizeibekannte Täter handeln. Massenschlägereien zwischen jungen Männern, teilweise mit Migrationshintergrund, hatte es seit Januar immer wieder gegeben, häufig in der Nähe des Kröpeliner-Tor-Centers (KTC) und der Wallanlagen.

Bereits am Mittwochnachmittag war es in der Kröpeliner Straße zu einer Auseinandersetzung zwischen fünf jungen Männern syrischer Herkunft gekommen, bei der zwei körperlich und mit Reizgas angegriffen wurden. Die Täter konnten unerkannt flüchten.

Eine besondere Gefährdungslage während des Weihnachtsmarktes in der Innenstadt sieht die Rostocker Polizei aber nicht: „Wir haben die Jugendlichen schon das ganze Jahr über im Blick, sie sind kein konkretes Weihnachtsmarkt-Problem“, sagt Polizeichef Ebert. Es würden keine gesonderten Maßnahmen ergriffen. Zudem gehe der Trend dahin, dass solche Auseinandersetzungen von den Beteiligten bewusst aus dem Fokus gerückt würden, indem sie nicht mehr in Zentrumsnähe stattfänden. Zuletzt hatten sich diese von KTC und Wallanlagen bereits zum Doberaner Platz weiterbewegt, im aktuellen Fall sogar bis zum Kabutzenhof.

Um die Lage endlich in den Griff zu bekommen, arbeiten Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke) und das Jugendamt bereits seit Jahresanfang an einer Lösung. Zuletzt hatte der Jugendhilfeausschuss im Oktober darauf gedrängt, die Ursachen zu beseitigen und die Jugendlichen nicht einfach in einen anderen Stadtteil zu verdrängen.

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