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Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. Dezember 2017 | 14:05 Uhr

Rostock : Gedenken: Caffier wird hart kritisiert

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Demonstranten boykottieren Rede des Innenminister bei Kunst-Einweihung

von
erstellt am 25.Aug.2017 | 22:15 Uhr

Bei der Einweihung des Kunstwerks „Staatsgewalt“ an der Rostocker Polizeiinspektion ist Innenminister Lorenz Caffier (CDU) heute harsch kritisiert worden – als „Abschiebeminister“. Als er seine Rede zu 25 Jahren Lichtenhagen begann, startete ein Flashmob. Rund 20 Demonstranten setzten sich in der Ulmenstraße 54 vor den Minister, unterstützt von Zwischenrufen. Während Caffier von der „fremdenfeindlichen Fratze“ des Mobs 1992 sprach, wurde er selbst als Rassist bezeichnet. Parallel verteilten weitere Demonstranten Zettel „Warum wir Lorenz Caffier nicht in Ruhe reden lassen“.

„Wir sehen ganz klar eine Parallele zwischen der Stimmung 1992 und heute“, erklärte Nora von Gaertner, eine der Demonstrantinnen. Anschläge würden im Kontext der gesellschaftlichen Stimmung stattfinden. „Wer sich als Abschiebemeister inszeniert, so wie Herr Caffier, und ankündigt, weiterhin rigide gegen abgelehnte Asylsuchende vorzugehen, schürt die Bereitschaft zu Angriffen auf der Straße.“

Caffier beendete seine Rede – vor Stadtvertretern, aufgereihten Polizisten, die zuvor mit dem Migrantenrat an einem World-Café teilgenommen hatten, und Anwohnern. Die Meinungen zum Protest gingen auseinander. „Ich finde es immer gut, wenn Leute ihre Stimme erheben“, sagte Wolfgang Richter, der 1992 Rostocks Ausländerbeauftragter war, aber es ginge um die Steleneinweihung. „Protest ja, aber alles zu seiner Zeit“, pflichtete ihm Thomas Höper bei, der damals mit ihm als Kameramann im Sonnenblumenhaus war. „Es ist nicht in Ordnung, die Veranstaltung zu benutzen.“ Dagegen erfreut über den Protest: die beiden Künstler. „Das wünschen wir uns“, sagte Alexandra Lotz, Auseinandersetzung. Mit ihrer Kunst hätten sie ja Fragen gestellt, sagte Tim Kellner. „Jeder hat in Deutschland das Recht, seine Meinung zu sagen“, so der Geschäftsführer des Migrantenrates, Dr. Rubén Cárdenas Carbajal. Beim Thema Abschiebungen gebe es unterschiedliche Ansichten. Auch der Migrantenrat sei für menschliche Behandlung. Insofern könne er die Demonstranten gut verstehen. Aber: „Die Polizei entscheidet das nicht, das ist die Politik und die muss sich verändern“.

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