Erich Mühsam : Gedenken an einen Dichter mit Mut

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Er hat gegen die Ungerechtigkeit gekämpft und dagegen angeschrieben. Auf einer Gedenkveranstaltung wurde an den Dichter und sein Wirken erinnert.

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10. Juli 2014, 10:00 Uhr

Frieden, Menschenwürde, soziale Gerechtigkeit: Dafür hat Erich Mühsam gekämpft. Gestern vor 80 Jahren wurde der Dichter im Konzentrationslager Oranienburg ermordet.

Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN – BdA) hat anlässlich dieses Tages zu einer Gedenkveranstaltung in die alte Kaserne eingeladen. Von der Erich-Mühsam-Gesellschaft waren vier Vertreter extra aus Lübeck zum Ehrenmal auf dem Gelände der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben in der Kopernikusstraße gekommen.

„Mühsam hat überall Widerstand geleistet und sich für die Schwachen eingesetzt“, sagt Maren Haase vom Vorstand des VVN – BdA. Und damit der Sohn Lübecks nicht in Vergessenheit gerät, rezitiert Günter Bruns von der Mühsam-Gesellschaft die Gedichte „Leitsatz“ und „Testament“. Passend zu Letzterem, in dem es heißt: „Die Becher sollt ihr heben...“ stößt die Gruppe mit Lübecker Wein auf den Autor an: „Hoch Mühsam!“

„Ich bin zu dieser Feier gekommen, weil mir vor allem Mühsams Mut für den Kampf gegen den Faschismus imponiert“, sagt Harald Holtz. Mühsam sei für ihn Vorbild, da er offen bekundet habe, wofür er streite, so der 79-Jährige – auch wenn er selbst kein Anarchist sei. „Vor dem Leid, das er erdulden musste, verbeuge ich mich“, sagt der Rostocker.

Thomas Wulf (56) hat sogar eine rote Fahne dabei: „Damit will ich politisch Position beziehen“, sagt der 56-Jährige. Wenn es sich anbiete, behandle er den politisch verfolgten linken Künstler auch im Unterricht, so der Rostocker Deutschlehrer. Klaus Ulrich Rabe (88) hingegen ist hier, weil er sich mit Mühsam verbunden fühlt: Auch seine Mutter war Jüdin, auch er musste in ein KZ. Lienhard Böhning von der Mühsam-Gesellschaft ist ebenfalls fasziniert von dem Bohemien: „Uns verbindet die linke Gesinnung.“ Seiner Meinung nach sei es Zeit für einen Mühsam-Abend im Rostocker Theater.

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