Vereinsserie : Gartenfreude in 431 Parzellen

Vereinsvorsitzender Robert Kröger (r.) im Gespräch mit dem Pensionär Roland Stoy, der seit 2006 in der Anlage Damerow als Kleingärtner aktiv ist.
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Vereinsvorsitzender Robert Kröger (r.) im Gespräch mit dem Pensionär Roland Stoy, der seit 2006 in der Anlage Damerow als Kleingärtner aktiv ist.

1946 ist der Verein in Damerow gegründet worden – als Grabeland Hoffnung gegen den Hunger bedeutete

Mit 431 Parzellen auf rund 169 000 Quadratmetern hansestädtischer Fläche ist die Kleingartenanlage Damerow derzeit die größte in ganz Rostock. Gegründet worden ist sie in der Nachkriegszeit im Herbst 1946, als Menschen hungerten und ein Stück Grabeland Hoffnung auf eigene Ernte und volle Bäuche nährte.

Im Laufe der Jahre unterstützten die Kleingärtner den unweit befindlichen Zoo mittels Aufbaustunden, lieferten Obst und Gemüse sowie Eier, Honig und frisch geschlachtete Kaninchen an den Handel und errichteten schließlich ihr Spartenheim, in dem unzählige Veranstaltungen stattgefunden haben und das auch heute zum Verweilen oder Feiern einlädt.

Einen kleinen Rückblick auf die vergangenen 70 Jahre wird es garantiert zur Geburtstagsparty am 12. Oktober geben. „Wie wir unsere kleine Feier gestalten, steht noch nicht genau fest.

Fakt ist aber, dass wir einige Gartenfreunde für ihr Engagement auszeichnen wollen“, sagt Robert Kröger, der seit 2009 Vorsitzender der Anlage ist.

Blickt der 39-Jährige auf diese Zeit zurück, dann stellt er mit Freude fest, dass die Nachfragen nach einem Kleingarten und damit die Preise wieder gestiegen sind. „Es interessieren sich zunehmend junge Familien für die eigene Scholle. Mütter und Väter wollen ihren Lütten ganz praktisch zeigen, wie Pflanzen gedeihen, wie Tomaten oder Äpfel heranreifen und wie Frösche oder Kröten in unserem Feuchtbiotop leben. Das ist doch eine tolle Sache“, findet der Rechtsanwalt, der 2008 gemeinsam mit seinem Partner den Garten eines Onkels übernommen hat und in der kostbaren Freizeit Entspannung auf seiner Scholle findet. Vorgenommen hat sich der Vorstand, den einzig derzeit leer stehenden Garten zu einem Mustergarten zu gestalten, wo beispielsweise auch Bienen ein zu Hause erhalten sollen. „Bis zum Jubiläum unserer Anlage werden wir das wohl nicht ganz packen, aber im nächsten Jahr soll das Projekt umgesetzt sein. Dann können ihn auch Besucher unserer Anlage, die Teil des öffentlichen Grüns der Hansestadt ist, in Augenschein nehmen“, sagt Vor-sitzender Kröger, der als stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes der Gartenfreunde Mecklenburg und Vorpommern viel herumkommt und so manche Anregung mitgebracht hat.

Für Unruhe unter den Mitgliedern der Anlage Damerow sorgen nicht nur die zahlreichen Laubeneinbrüche im Winter, sondern auch Baupläne in Biestow. „Eine neue Straße wird entstehen. Gartenfreunde befürchten, dass diese ein Stück durch unsere Anlage führen wird. Allerdings hat unser Verband mir versichert, dass dies nicht geschieht“, gibt sich Kröger optimistisch.



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