zur Navigation springen

Zoo-Geschichten : Galapagos-Schildkröten müssen auf die Waage

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Frieda Isabela, Elvida, Estrella und Espanola haben ordentlich zugelegt und bringen zusammen 221,6 Kilogramm auf die Waage.

von
erstellt am 14.Mai.2014 | 09:00 Uhr

221,6 Kilogramm – so viel bringen die vier Galapagos-Schildkröten aus dem Rostocker Zoo zusammen auf die Waage. Beim gestrigen Wiegen zeigten sich die Damen von ihrer besten Seite. Und das, obwohl sie zugenommen und an Umfang zugelegt haben. „Das ist normal. Wenn sie abnehmen würden, würde etwas nicht stimmen“, beschwichtigt Tierpfleger Detlef Grafunder. „Galapagos-Schildkröten wachsen ihr ganzes Leben“, ergänzt sein Kollege René Ostendorf. Frieda Isabela, Elvida, Estrella und Espanola nahmen es gelassen. „Die Prozedur kennen sie schon. Ihr Gewicht wird vierteljährlich überprüft“, so Grafunder. Dabei ernähren sich die Vegetarier derzeit fast ausschließlich von Heu. „Wenn die Temperaturen stimmen, dürfen die Mädels raus und ihre Außenanlage abgrasen“, erzählt Grafunder. Da die vier Riesenschildkröten ihre Körpertemperatur nicht selber regulieren können, dürfen sie aber erst ab 22 Grad Celcius nach draußen.

Wenn die vier Damen nicht gerade auf Nahrungssuche sind, dann schlafen sie – und zwar durchschnittlich 19 Stunden am Tag. „Sie können auch sehr aktiv sein. Obwohl sie sich mit etwa 0,5 Kilometern pro Stunde verhältnismäßig langsam fortbewegen, können sie bis zu 20 Kilometer zurücklegen“, erklärt René Ostendorf. Im Rostocker Zoo leben Frieda Isabela, Elvida, Estrella und Espanola auf einem 83 Quadratmeter großen Innengehege. Normalerweise haben sie ihren Lebensraum auf den Galapagosinseln, nach denen Frieda Isabela und Espanola auch benannt worden sind. Geschlüpft sind die vier Grazien im Zoo Zürich. Bis vor zwei Wochen hatten sie noch eine weitere Freundin in ihrer Runde. Esmeralda ist Ende April aufgrund eines Herzversagens gestorben. Und das bereits im Alter von 19 Jahren. „Riesenschildkröten können weit über 100 Jahre alt werden“, so Zoo-Direktor Udo Nagel. „Esmeraldas Tod kam für uns überraschend.“

Dass mit dem Bau des Darwineums überhaupt Galapagos-Schildkröten in den Zoo gezogen sind, sei eine bewusste Entscheidung gewesen. „1835 brachte Charles Darwin die Riesenschildkröte Harriet von den Galapagos-Inseln mit nach England. Harriet wurde 176 Jahre alt und spielte eine große Rolle für Darwins Evolutionstheorie“, weiß René Ostendorf. Darwin hat entdeckt, dass die Reptilien sich an ihr Umfeld anpassen, indem sie – abhängig von ihrer geografischen Lage – unterschiedlich geformte Panzer tragen.

An das Alter von Harriet kommen Frieda Isabela, Elvida, Estrella und Espanola noch lange nicht heran. „Die Kleinen sind 2004 geboren, Isabela bereits 1995“, sagt Grafunder. Wenn sie alle das Teenager-Alter überschritten haben, kann die Zucht beginnen. „Wir sind im europäischen Zuchtprogramm. Die Geschlechtsreife wird ab 20 Jahren erreicht“, so Nagel.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen