Biologischer Anbau : Gärtnern ohne Gift trägt Früchte

Ihren Kleingarten in Reutershagen bewirtschaftet Marlen Niederle ohne chemische Hilfsmittel.
Ihren Kleingarten in Reutershagen bewirtschaftet Marlen Niederle ohne chemische Hilfsmittel.

Rostockerin Marlen Niederle bekommt einen Preis für naturnahen Anbau.

23-48119647_23-66107808_1416392219.JPG von
07. Juni 2015, 15:00 Uhr

Seit vier Jahren fährt Marlen Niederle mehrmals in der Woche in ihren Kleingarten in Reutershagen, legt Gemüsebeete an, kümmert sich um Blumen und Bäume. Entgegen dem allgemeinen Standard verzichtet sie dabei völlig auf Pestizide und andere chemische Hilfsmittel. Das wurde jetzt belohnt: Der Landschaftspflegeverband Mecklenburger Endmoräne verleiht der Rostockerin heute die Auszeichnung für „Natur im Garten“. Mit der Plakette will der Verband das naturnahe Gärtnern in MV fördern. „Das bedeutet, man darf keine Pestizide, mineralischen Dünger und keinen Torf verwenden“, erklärt Marlen Niederle.

Für sie selbst sei diese Herangehensweise an die Natur von Haus aus selbstverständlich. Mit ihrer Bewerbung beim Landschaftspflegeverband wollte sie die Bemühungen, das Konzept weiter zu verbreiten, unterstützen, erzählt sie. Dass die Arbeit ohne aggressive Hilfsmittel mühsamer sei, könne sie nicht bestätigen. „Statt torfhaltiger Erde arbeite ich viel mit Kompost. So können sich die natürlichen Kreisläufe auch schließen“, sagt Marlen Niederle.

Vielen Kleingärtnern sei nicht bewusst, in welche natürlichen Zusammenhänge sie eingreifen, dass Pestizide nicht nur die Pflanzenwelt schädigen. „Vor allem Insekten, insbesondere Bienen, leiden darunter. Ich finde es falsch, diesen Lebensraum zu zerstören, um sich sein eigenes Paradies zu schaffen.“

In der Kleingartenanlage stößt Marlen Niederles Philosophie des Gärtnerns auf positive Resonanz. „Meine Gartennachbarn sind sehr entspannt und auch der Vorstand ist aufgeschlossen“, sagt sie. „Es geht ja auch darum, junge Leute für die Anlage zu gewinnen. Und gerade die gärtnern vom Grundansatz her eher biologisch und finden die alten Vorgaben nicht überzeugend.“

Die vielen Arbeitsstunden, die Marlen Niederle bereits in die Bewirtschaftung ihres Gartens investiert hat, tragen mittlerweile buchstäblich Früchte. „Meine drei Apfelbäume werfen so viel ab, dass ich auch im Winter davon zehren kann“, sagt die 31-Jährige. Außerdem sprießen in ihren Beeten unter anderem Erdbeeren, Zwiebeln und Bohnen. „Das Beste daran ist, dass ich es einfach alles essen kann, ohne mir Gedanken zu machen, ob es durch irgendwelche Gifte gesundheitsschädlich ist.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen