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Norddeutsche Neueste Nachrichten

26. September 2017 | 07:29 Uhr

Hospiz : Gärtnern hilft Schwerstkranken

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Tag der offenen Tür informiert über die Arbeit in der Einrichtung – ehrenamtlich Engagierte sind gefragt

von
erstellt am 28.Mai.2014 | 10:00 Uhr

Ob Gartenarbeit, Musiktherapie oder einfach nur Gesellschaft: Den Bewohnern des Rostocker Hospizes soll es an nichts mangeln. Beim gestrigen Tag der offenen Tür konnten Interessierte vor Ort einen Einblick in die ambulante und stationäre Arbeit der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter gewinnen.

„Es ist wichtig, den Humor nicht zu verlieren“, sagt Altenpfleger Paul Buchholz. Der 25-Jährige kümmert sich täglich um die Versorgung der bis zu zehn Schwerstkranken – von der Körperpflege bis hin zu Gesprächen mit Betroffenen und Angehörigen. Dabei versuchen er und seine 14 Kollegen aus den Bereichen Pflege, Hauswirtschaft und Sozialarbeit dem Leben der Betreuten Qualität zu verleihen und es „so normal und vielfältig wie möglich zu gestalten.“

Daher dürfen mobilere Betroffene einmal in der Woche mit Gartentherapeut Thomas Henschel (57) Löwenmäulchen in den Innenhof pflanzen – oder Musiktherapeutin Jana-Christin Walter schaut mit ihren Klangschalen am Pflegebett vorbei. Besucherin Ute Klünder (39) hat sich die Klangschale auf den Bauch legen lassen – „ein sehr gutes, unerwartetes Gefühl, das tief geht“, sagt die Rostockerin. Walter wendet diese Methode etwa gegen das Taubheitsgefühl bei Lähmungen an.

Anne Zöllick ist eine von knapp 40 ehrenamtlichen Helfern, die sich mindestens zweimal im Monat für die seelische Zufriedenheit der Kranken einsetzen. „Ich mache den Job für mich, meine Seele, mein Herz“, sagt die berufstätige Mutter von zwei Kindern. Sie gehe mit den Bewohnern spazieren, lese Briefe vor, esse mit ihnen Eis, höre zu. Auch Ellen Stirnberg engagiert sich ehrenamtlich gegen Angst und Einsamkeit. „Ich habe vorher meine Mutter begleitet und erfahren, wie groß das Bedürfnis der Kranken nach Nähe ist“, sagt die 65-Jährige.

Neben Klangschalen und Löwenmäulchen soll „das komplementärmedizinische Angebot durch eine Ärztin für Naturheilkunde erweitert werden“, verrät Hospiz-Leiter Birger Birkholz. Die meist onkologisch Erkrankten hätten sich mehr Ganzheitlichkeit in der Therapie gewünscht. Die Schulmedizin werde dabei aber nicht ausgeblendet.

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