Rostock : Gärtner schalten auf Frühling um

Im Gartenfachmarkt Grönfingers in Rostock stellt Andrea Zorn Primeln zum Verkauf bereit. Schon unmittelbar nach den Feiertagen ist die Nachfrage nach bunten Frühjahrsblühern groß. s
Im Gartenfachmarkt Grönfingers in Rostock stellt Andrea Zorn Primeln zum Verkauf bereit. Schon unmittelbar nach den Feiertagen ist die Nachfrage nach bunten Frühjahrsblühern groß. s

Seit August wurden Hunderttausende Primeln und Stiefmütterchen, Hyazinthen und Narzissen herangezogen

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08. Januar 2016, 16:00 Uhr

Kaum sind die Festtage vorbei, wollen viele Menschen offenbar Frühlingsblumen. „Schon unmittelbar nach dem Fest war die Nachfrage riesengroß“, sagt der Geschäftsführer des Gartenfachmarktes Grönfingers in Rostock, Eckhard Heinemann. Dort wurden mehr als 70 000 Primeln für den Start in die Frühjahrssaison mitten im Winter gezogen, außerdem 200 000 Stiefmütterchen und etliche Tausendschönchen.„Wir haben auch Hyazinthen und Narzissen im Angebot, so als wäre schon Ostern“, sagt Thomas Ortmann, dessen Familiengärtnerei in Sanitz sich ebenfalls bestens auf den Saisonstart vorbereitet hat.

„Kein Gartenbaubetrieb lässt sich dieses Geschäft entgehen“, ist sich der Geschäftsführer des Gartenbauverbandes Nord, Frank Schoppa, sicher. Er spricht für 350 Mitgliedsbetriebe in MV, Schleswig-Holstein und Hamburg. „Während in der Natur noch Winter ist, kann bereits das erste Geld des Jahres verdient werden. Zu einer Zeit, da es im Blumenhandel eher ruhig zugeht“, bemerkt er. Angesichts des globalen Wettbewerbs haben viele Gärtnereien die Produktion von Schnittblumen wegen des Kostendrucks komplett eingestellt. Auf die Frühjahrsblüher im Topf jedoch will jedoch kaum ein Betrieb verzichten.

Mit viel Fingerspitzengefühl haben im Sommer etliche Mitarbeiter bei Grönfingers pro Stunde bis zu 350 winzige Pflänzchen in Töpfe gesetzt. Nach vier, fünf Monaten stehen die ersten in voller Blüte.„Drei Dinge sind für diese Punktlandung wichtig: Berufserfahrung, Sortenvielfalt und Glück“, verrät Geschäftsführer Heinemann. Bei den Farben gibt es einen heißen Favoriten. „Fast alle Kunden greifen zu gelb. Das hat mit dem Wetter zu tun. Nach grauem November und Dezember sehnen sich alle nach Licht. Und gelb symbolisiert die Sonne, bei vielen funktioniert das unbewusst“, erklärt der Verkaufsstratege.

Ansonsten kann das Unternehmen auf moderne technische Möglichkeiten zurückgreifen. Sinkt das Thermometer wie in den vergangenen Tagen in Richtung Gefrierpunkt, springt automatisch eine Fußbodenheizung an, die sämtliche Töpfe optimal an der Wurzel mit Wärme versorgt. Fehlt Wasser, wird das Gewächshaus wenige Millimeter hoch komplett mit gespeichertem Regenwasser geflutet, bis sich alle Töpfe ausreichend vollgesogen haben. „Ein ausgeklügeltes System, das uns hilft, Kosten zu sparen“, zeigt sich der Grönfingerschef mit einer seiner jüngsten Investitionen zufrieden.

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