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Norddeutsche Neueste Nachrichten

11. Dezember 2017 | 11:03 Uhr

Markgrafenheide : Gärtner pochen auf ihr Recht

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Mitglieder der Anlage Erlengrund und Verband lassen die Kündigung von 14 Parzellen nun prüfen

Die Kleingärtner der Anlage Erlengrund in Markgrafenheide wollen die Kündigung von 14 ihrer 90 Parzellen durch die Stadt nicht widerstandslos hinnehmen. Das haben sie am Sonnabend bei einem Treffen mit Michael Kretzschmar, Geschäftsführer des Verbands der Gartenfreunde Rostock, in der Gaststätte der benachbarten Anlage Radelsee bekräftigt. Die Rechtsabteilung des Verbands will die Kündigung nun doch prüfen – zuvor hatte er die Kündigungen zum Ärger aller Beteiligten kommentarlos an die Parzellennutzer weitergeleitet.

Das sei aber nur dem Zwang geschuldet gewesen, die rechtlichen Fristen einzuhalten, sagt Kretzschmar: „Die Zeit war zu knapp, denn mit der Frist verfallen auch die Entschädigungsansprüche.“ Plan der Stadt ist es, die Parzellen gegen Höchstgebot als Bauland auszuschreiben. Deswegen sollen die Laubenpieper ihre Grundstücke bis zum 30. November räumen.

Davon betroffen ist auch der Erlengrund-Vorsitzende Norbert Jeschke. „Es ist mir unverständlich, warum in letzter Zeit immer öfter die Kleingartenanlagen in das Visier der Stadtplaner geraten“, sagt der 66-Jährige. Aus Sicht der Laubenpieper sind die Kündigungen unter anderem deswegen anfechtbar, da ihnen die Umnutzungskonzeption 2008, in der die mögliche Umwidmung zum Wohngebiet festgeschrieben ist, lediglich zur Kenntnis gegeben worden sei. Zudem sei damals ein geänderter Bebauungsplan als Voraussetzung für eine Vertragsauflösung verankert worden. „Erst mit einem Beschluss zur Aufstellung eines B-Plans kann eine Kündigung erfolgen“, sagt Sybille Bachmann, die sich als Vorsitzender des Rostocker Bunds für die Kleingärtner einsetzt.

Besonders sauer stößt den Betroffenen auf, dass sie bis Ende 2013 noch für bis zu 2500 Euro auf abflusslose Gruben umstellen mussten. „Die Rostocker Kleingartenanlagen haben auch keinen Leerstand zu verzeichnen, was einen Rückbau von Gärten rechtfertigen könnte“, sagt Kretzschmar.


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