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Aus dem Gericht : Fußball-Rowdys vor Gericht wegen Beleidigung

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Mit einer Banner-Aufschrift haben vier Männer eine Polizistin beschimpft. Amtsgericht forderte Geldstrafen bis 1800 Euro.

Die Rostocker Felix R. (28), Andreas K. (26), David W. (30) und Nils W. (28) stehen seit gestern wegen Beleidigung einer Polizistin vor dem Landgericht. Sie sollen im September 2013 während des Heimspiels Hansa gegen Regensburg auf der Südtribüne ein 15 Meter langes Banner ausgerollt haben, auf dem über vier Minuten für jedermann sichtbar „Egal ob Ultra oder Kutte – ganz Rostock hasst die dumme Nutte“ in Blockbuchstaben zu lesen war. Die Buchstaben D und K sowie das Wort Nutte waren in Grün hervorgehoben. Insider wussten, wer gemeint war. D und K sind Anfangsbuchstaben des Namens der Polizistin. Die Staatsanwaltschaft hatte den Angeklagten Strafbefehle übersandt. Sie akzeptierten nicht. Das Rostocker Amtsgericht verurteilte sie daraufhin im Oktober 2014 zu Geldstrafen von 600 bis 1800 Euro. Dagegen legten alle Berufung ein. Sie fühlen sich zu Unrecht bestraft und hoffen jetzt vor der zweiten Instanz auf einen Freispruch. Sie hätten zwar die Tapetenrolle gehalten, jedoch nicht gewusst, was auf dem Banner stand, verteidigten sie sich. Den Vorschlag des Vertreters der Rostocker Staatsanwaltschaft, die Berufung auf das Strafmaß zu beschränken – der Staatsanwalt war bereit, die Geldstrafe jeweils um die Hälfte zu kürzen – wurde von den Angeklagten abgelehnt. Das Verfahren gegen eine Geldauflage einzustellen, wie Verteidiger vorschlugen, wies die Staatsanwaltschaft zurück. Die Zeugen der Polizei waren sich der Täterschaft sicher. Sie konnten jeden zuordnen. Nils W., der seit 2009 Vorsänger bei Hansa-Spielen ist, bejahte die Frage des Staatsanwalts, ob er sich denn selber auf dem Video erkenne. Unbeantwortet blieb die Frage, ob die Angeklagten auch verbale Ausfälle gegen die Polizistin äußerten, wie einige ihrer Kollegen gemeint hatten. Das soll mit neuen Zeugen am 23. Mai geklärt werden. Erst am 7. Juni kann mit einem Urteil gerechnet werden.


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