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Funkstille bei Twitter: Polizei lässt auf sich warten

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erstellt am 18.Jun.2013 | 09:02 Uhr

Rostock | Sie sollte schneller, interaktiver und transparenter werden, die Kommunikation der Rostocker Polizei mit den Bürgern. Doch schon wenige Tage nach der großen Twitter-Initiative, die am 18. Mai zum Fußballspiel des FC Hansa Rostock gegen den FC Rot-Weiß Erfurt startete, kehrte auf der Internetplattform Ruhe ein. Wochenlang veröffentlichte die Polizei keine Nachrichten zu ihre Einsätzen. Auch auf Nachfragen von Nutzern reagiert sie nicht. Ganz entgegen dem Ansinnen von Twitter, das sich als Informationsnetzwerk in Echtzeit versteht, das seine Nutzer mit den neuesten Geschichten, Ideen, Meinungen und Nachrichten über das verbindet, was sie interessiert.

Nichtsdestotrotz bewertet die Polizei ihren Twitter-Start positiv. "Wir denken, dass wir auf einem guten Weg sind", sagt Sprecherin Yvonne Hanske. Das Interesse sei da, wie die rund 450 Nutzer zeigten, die mittlerweile die Beiträge der Polizei abonniert haben. Dass diese nach dem Auftakt zum letzten Hansa-Heimspiel vor der Sommerpause länger als vier Wochen mit keinen weiteren Infos versorgt wurden, scheint Absicht gewesen zu sein. Die Twitter-Aktivität der Polizei beschränke sich eben auf Fußballspiele und andere Großereignisse wie die Hanse Sail, so Hanske. Zu solchen Anlässen sollen die Menschen per Twitter zum Beispiel über Verkehrseinschränkungen informiert werden. "Täglich lohnt sich das hier aber nicht", sagt die Sprecherin.

In anderen Städten wird die Kommunikationsplattform hingegen in größerem Umfang genutzt. Die Polizei Dortmund zum Beispiel twittert seit August 2012 im Abstand von wenigen Tagen. Gegenstand der so genannten Tweets sind nicht nur Verkehrseinschränkungen bei Fußballspielen, sondern auch Vermisstenmeldungen oder der Verlauf von Demonstrationen. Neben Twitter macht die dortige Polizei auch von Facebook Gebrauch, um die Bürger zeitnah und schnell zu informieren. "Das sind Medien, an denen man nicht vorbeikommt", sagt Sprecher Kim Freigang. Strafanzeigen, Zeugenhinweise oder Notrufe nimmt die Polizei Dortmund - genauso wie die Polizei Rostock - über die Internetplattformen allerdings aus datenschutzrechtlichen Gründen keine entgegen. Und auch nicht jeder Eintrag wird kommentiert. Die Polizei Kaiserslautern hingegen, die seit November 2012 zum Thema Fußball twittert, tritt mit ihren so genannten Followern auch in den direkten Dialog. "Wir nehmen die Leute mit ihren Problemen ernst", sagt Thomas Kossurok, Leiter der Polizeiinspektion. Im Regelfall gebe es auf alles eine Antwort.

Um ihre neu gewonnenen Follower bei der Stange zu halten, hat auch die Rostocker Polizei am Montag mal wieder getwittert. Das Thema: Verkehrseinschränkungen beim Halbfinale der Hansa-A-Jugend gegen Bayern München. "Wir freuen uns mit Hansa Rostock und gratulieren zum Einzug ins Finale! Ein großer Dank an 8000 friedliche Fans für die tolle Stimmung", heißt es im vorerst letzten Tweet.

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