Deep Purple in Rostock : „Für uns ist jedes Mal anders“

<p><a href='/themen/personen/i/ian-gillan'>Ian Gillan</a>, Sänger von Deep Purple</p>

Ian Gillan, Sänger von Deep Purple

Im November kommt die Band Deep Purple wieder in die Stadthalle. Sänger Ian Gillan spricht im Interview über seine Musikkarriere

svz.de von
24. September 2015, 12:00 Uhr

Nach drei Jahren kommt die britische Erfolgskombo Deep Purple am 16. November erstmals wieder nach Rostock. Welche Erinnerungen Sänger Ian Gillan an die Hansestadt hat, warum es immer noch Spaß macht, „Smoke on the Water“ zu spielen und was der 70-Jährige jungen Talenten empfiehlt, hat er Autorin Katrin Zimmer verraten.

Im November werden Sie wieder in der Rostocker Stadthalle spielen. Haben Sie besondere Erinnerungen an die Stadt?
Gillan: Ich erinnere mich noch gut. Es war sehr kalt, als ich das letzte Mal hier war. Ich habe ein paar Leute kennengelernt, mit denen ich noch immer befreundet bin. Generell erinnere ich mich eher an Menschen, die ich getroffen habe, als an Orte, an denen ich gewesen bin. Aber ich freue mich, wieder in Rostock singen zu dürfen.

Abgesehen von den Konzerten, haben Sie irgendwelche Freizeitaktivitäten unternommen? Etwas, das Ihnen empfohlen wurde?
Leider nein. Meist geben wir fünf Shows in einer Woche. Wir kommen an, geben Interviews, essen etwas, geben dann das Konzert und am nächsten Morgen geht es sofort weiter.

Nach mehr als 45 Jahren im Musikgeschäft: Macht es Ihnen immer noch Freude, die gleichen Songs wieder und wieder zu spielen – wie „Smoke on the Water“?
Lassen Sie es mich erklären: Ich habe ein paar Mal mit Pavarotti zusammengearbeitet und er sagte zu mir: „Ich bin so neidisch auf dich. Ich habe euch ,Smoke on the water‘ spielen hören – sechsmal – und es war jedes Mal anders. Wenn ich das mit einer meiner berühmten Arien täte, würden sie mich kreuzigen.“ Für uns ist es jedes Mal anders. Das Tempo ist unterschiedlich, die Bewegungen auf der Bühne, das Ambiente, das Publikum. Außerdem spielt man ja nie nur einen einzelnen Titel, sondern immer ein ganzes Programm, zwei Stunden Musik. Und 90 Prozent davon bestehen auch aus Improvisation. Vor jedem Konzert bekomme ich noch immer Lampenfieber, weil ich nie weiß, was während des Auftritts passieren wird. Es ist immer wieder eine Überraschung. Und wenn es mich langweilen würde, hätte ich schon vor langer Zeit aufgehört.

In der Geschichte von Deep Purple gab es viele Veränderungen in der Besetzung. Empfanden Sie diese als positiv oder negativ?
Ich würde es nicht als positiv oder negativ bezeichnen. Veränderungen sind normal, in jeder Lebenslage. Was in einer Band passiert, ist dasselbe wie in Familien, Beziehungen, in Fußballvereinen – sie verändern sich. Aber wenn man starke Wurzeln hat, die die Band Deep Purple seit den Gründungsjahren hat, kann man jede Hürde nehmen. Es ist wie bei einer Scheidung: Anfangs sind alle traurig und alles scheint verloren. Aber das Leben geht weiter. Irgendwann lernt man jemanden kennen und heiratet erneut.

Sie sind vor Kurzem 70 Jahre alt geworden. Gibt es irgendetwas in Ihrem Leben, das sie rückblickend gern ändern würden?
Naja, die Vergangenheit kann man nicht ändern, was passiert ist, ist passiert. Im Nachhinein wünschte ich, dass ich manchen Leuten mal ordentlich eine mitgegeben hätte (lacht). Aber ansonsten war mein Leben eigentlich ziemlich cool.

Wäre das ein Rat, den Sie Jüngeren geben würden?
Nein. Ich würde ihnen sagen: Tu, was dein Herz dir sagt, nicht der Verstand. Oder, wenn du etwas erreichen willst, musst du dafür arbeiten. Wenn du Sportler sein willst, musst du trainieren. Wenn du Künstler sein willst, musst du genauso trainieren und lernen. Selbst wenn du von Natur aus etwas gut kannst, musst du dieses Talent fördern. Disziplin und Selbstdisziplin – so langweilig das auch sein mag – bringen dich zum Erfolg. Aber auch die Fähigkeit, die Arbeit mit der Musik zu genießen.

Können Ihre Fans bis zum Konzert im November ein neues Album erwarten?
Ob bis dahin eine neue Platte erscheint, ist noch nicht gewiss. Wir arbeiten gerade an neuen Songs. Vielleicht werden wir auch einige auf der Tour mit ins Programm nehmen. Wir werden sehen.

Karten gibt es in der NNN-Geschäftsstelle, Bergstraße 10, Öffnungszeiten: Mo bis Fr 9 bis 12 Uhr und 12.45 bis 17 Uhr, sowie bei der Tickethotline: 0381/491 16 87 77 und auf www.nnn.de/tickets

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