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Norddeutsche Neueste Nachrichten

12. Dezember 2017 | 03:54 Uhr

jubiläum : Für Seeleute ist es mehr als ein Schiff

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Das Tradi feiert seinen 45. Geburtstag

Das Schifffahrtsmuseum auf dem Traditionsschiff am Schmaler Warnowufer im IGA-Park ist am Sonnabend 45 Jahre alt geworden. Die Crew um den langjährigen Museumsleiter Dr. Peter Danker-Carstensen begrüßte die Gäste mit einem Glas Sekt und ließ sie noch einmal eintauchen in die Geschichte des ehemaligen Stückgutfrachters „Dresden“ vom Typ Frieden. „Das Tradi ist mehr als nur ein Schiff für die Rostocker,“ sagte Danker-Carstensen, während ein Beamer alte Fotos an die Wand warf.

Besucher Hajo Heinrich stimmte dem uneingeschränkt zu: „Ich bin ein Fischkopp, selbst zur See gefahren. Trotzdem habe ich meine Heimat nie verlassen. Das Schiff ist für mich wie mein Zuhause. Hier schwelge ich in Erinnerungen“, erzählte er.

Das 1956/57 auf der Warnow-Werft gebaute Schiff war für die Deutsche Seereederei im Liniendienst nach Ostasien, Indonesien, Afrika, Indien und Lateinamerika unterwegs. Nach erheblichen Defekten an der Maschine war es 1969 schließlich außer Dienst gestellt worden. Seit 1970 wird der knapp 158 Meter Meter lange 10 000-Tonnen-Frachter als Museumsschiff genutzt. Noch originalgetreu erhalten sind unter anderem die Brücke, die Funkstation, das Schiffshospital sowie die Mannschaftskabinen. „Das Besondere ist, dass mein Mann seine Seefahrt hier, wo wir jetzt stehen, begonnen hat. Das berührt ihn immer wieder“, sagte die 74-jährige Besucherin Karin Junge.

Großer Andrang herrschte vor allem in den Laderäumen des Schiffes – hier befindet sich der große Ausstellungsbereich. Eröffnet wurde dort die Plakatschau „45 Jahre Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum“, zudem gab es Führungen durch die Sonderausstellung „Leonardo da Vinci – Bewegende Erfindungen“.

„Ich bin begeistert. Schon grandios, was der da Vinci auf die Beine gestellt hat. Ich war übrigens schon bei der Museumseröffnung vor 45 Jahren dabei“, sagte Rentner Manfred Kramer. „Die Ausstellung ist wunderbar, immer wieder ein tolles Ausflugsziel für meine Familie“, meinte Michael Müller.

Aber auch die Kleinen, die basteln, funken oder per Fernsteuerung Schiffsmodelle übers Wasser kurven lassen durften, hatten ihren Spaß. Jonathan Knorek bestätigt das: „Jetzt weiß ich wenigstens, wo mein Opa früher einmal gearbeitet hat. Er hat mir immer sehr viel erzählt von dem Schiff. Mir gefällt das hier einfach super“, so der Zehnjährige.



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