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Starfotofgraf stellt in Rostock aus : Für Rankin ist weniger mehr

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Britischer Starfotograf zeigt Werke in Rostocker Kunsthalle: Modewelt, Schönheitsideale und Bildbearbeitung werden infrage gestellt.

svz.de von
erstellt am 12.Dez.2015 | 16:00 Uhr

Er ist in einer Welt zu Hause, die sich täglich um Stoffe, Stil und Schönheit dreht. Dabei ist er weit mehr als nur ein Modefotograf. Unter dem Titel „Less is More“ – weniger ist mehr – zeigt der britische Künstler Rankin ab heute etwa 150 Werke in der Rostocker Kunsthalle. „ Das älteste ist von 1992, das neueste wurde erst vor wenigen Tage gedruckt“, so Kunsthallen- Leiter Dr. Uwe Neumann. Die Schau sei eine Retrospektive.

„Die Werke sind so arrangiert, als wären sie Magazin-Seiten. Man geht durch die Ausstellung als würde man in ihnen blättern“, sagt Kurator Dr. Ulrich Ptak.

Im Black Room hängen Damen, die aus einem Blickwinkel in modische Kleidung gehüllt sind, aus einem anderen sind sie splitterfasernackt. „Es ist eine Anspielung auf die Geschichte des ,Kaisers neue Kleider‘. Der denkt, er trüge die teuersten Stoffe und ist dabei einfach nur nackt. So ist die Modewelt“, sagt Rankin. Perfektion dürfe nicht als ultimatives Ziel gelten. So persifliert der Künstler in zahlreichen Werken die übermäßige Nutzung von Bildbearbeitungsprogrammen wie Photoshop. Spielt mit symbolischen Gegensätzen wie alt und jung, Leben und Tod. „Natürlich ist es ganz normal, dass Fotografen mit Licht, Dunkel und Farben arbeiten. Aber ich sehe keine Notwendigkeit, ganze Teile in einem Gesicht oder an einem Körper zu verändern“, unterstreicht der Brite.

Ein riesiges Panorama, das extra für die Schau in der Hansestadt entstanden ist, befindet sich im White Cube im Untergeschoss. Das zeigt auf drei Wänden 28 sieben Meter große Akt-Models, die über und über mit bunter Farbe besprenkelt sind. Der Titel „Come in colours every-where“ ist eine Hommage an einen Song der Rolling Stones, die der Starfotograf anlässlich ihres 50. Bühnenjubiläums abgelichtet hatte.

Weil aber weniger manchmal mehr ist, haben Künstler und Kurator bewusst darauf verzichtet, Bilder von Prominenten zu zeigen. „Promis sind langweilig, die sieht man jeden Tag“, sagt Rankin. Viel wichtiger sei es, einen bestimmten Stil zu haben, einen Wiedererkennungswert. „Heutzutage denkt jeder, er könne fotografieren. Die sozialen Medien werden überschwemmt von Selfies und anderem Zeugs“, so der 49-Jährige. Dabei sei Fotografie weit mehr als eine Momentaufnahme, mehr als ein Klick auf dem Handy. „Die Kunst ist es, die Dinge so in Szene zu setzen, dass sie eine Geschichte erzählen. Manche Bilder kann man sich eine halbe Stunde lang ansehen und immer wieder neue Aspekte finden“, so der Brite.

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