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Norddeutsche Neueste Nachrichten

24. September 2017 | 21:27 Uhr

Kunststücke : „Für mich sind es Rostock-Bilder“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Fotograf Frank Hormann zeigt auf dem Traditionsschiff eine Ausstellung, die die maritime Seite der Hansestadt in Szene setzt

von
erstellt am 08.Mai.2014 | 10:00 Uhr

Wenn es ums Geldverdienen geht, setzt Frank Hormann wie die meisten anderen auf digitale Fotografie. Aber wenn er loszieht, um Bilder zu machen, die ihm am Herzen liegen, dann gibt es dafür nur eins: analog und möglichst mit Kameras, die eine Geschichte haben. „Jeder hat seine eigenen Einstellung zur Fotografie“, sagt Hormann. Und so, also analog, habe er sein Handwerk einmal gelernt, so hat er es am liebsten.

Was entsteht, wenn sich der Rostocker mit seiner Kamera auf Motivsuche begibt, das kann ab heute auf dem Traditionsschiff begutachtet werden. Dort wird um 17 Uhr die Ausstellung „Rostocks maritimes Erbe“ eröffnet. Allerdings, so Hormann: „Für mich sind es Rostock-Bilder.“ Hafen, Schiffe und alles, was dazugehört, sind nun einmal Teil seiner Heimatstadt. „Und bis auf die ,Georg Büchner’ kann alles, was da zu sehen ist, auch in der Stadt bestaunt werden.“ Obwohl er dann doch noch eine Ausnahme machen muss. Denn das Bild der „Undine“ ist schon ein bisschen älter, der Torso des ehemaligen Bäderschiffes schon lange nicht mehr in seinem Heimathafen.

Was Frank Hormann an der analogen Fotografie besonders fasziniert, sind die dafür nötige Ruhe und Genauigkeit. Ein Rollfilm zum Beispiel habe nur zwölf Bilder. „Damit arbeitet man viel konzentrierter, man baut sich das Bild lange im Sucher“, erklärt der Fotograf. Bis zu einer halben Stunde kann vergehen, bis die Kamera eingerichtet ist. Dann wird ein- bis zweimal ausgelöst. Fertig. Erst beim Entwickeln in der Dunkelkammer sieht der Fotograf, ob alles, was er sich vor seinem inneren Auge vorgestellt hat, auch aufgegangen ist. Diese Spannung sei einer der Reize. Bearbeitet wird nichts, höchstens mal ein Staubfussel entfernt. „Für mich ist das der Ursprung der Fotografie“, sagt Hormann. „Dabei ist Handwerk gefragt und das Wissen darüber, was beim Fotografieren passiert.“

Die Schwarz-Weiß-Bilder, die bis zum 10. August im Schifffahrtsmuseum zu sehen sind, entstanden mit unterschiedlichsten Kameras – angefangen bei einer einfachen Aquabox aus den 50er-Jahren über die Leica, Hasselblad, Rolleiflex, Großformat- und Lochkameras. Zu jedem Modell und jedem Hersteller kann Frank Hormann etwas berichten. So war es beispielsweise eine Hasselblad, die bei der ersten Landung auf dem Mond Fotos von der Oberfläche des Erdtrabanten lieferte.

Für Frank Hormann ist das Fotografieren Beruf und Leidenschaft. Eine seiner zahlreichen Kameras hat er immer dabei. „Ohne gehe ich nicht aus dem Haus“, sagt der 54-Jährige. Seit er mit zehn Jahren eine Pouva Start bekam, hat ihn die Fotografie nicht mehr losgelassen. Seine Ausbildung absolvierte er bei Foto Arppe. Seit Anfang der 90er-Jahre stehen er und sein Kollege Thomas Häntzschel mit der Fotoagentur Nordlicht auf eigenen Beinen.

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