FC Hansa Rostock : Für Co-Sponsor ist jetzt Schluss

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Nach den jüngsten Ereignissen will die Wohnungsgenossenschaft Union Rostock das Sponsoring beim Fußball-Drittligisten beenden.

svz.de von
04. November 2015, 06:30 Uhr

Die aktuellen Geschehnisse rund um den Fußball-Drittligisten FC Hansa Rostock lassen auch Sponsoren nicht unberührt. So wird der langjährige Co-Sponsor Wohnungsgenossenschaft Union Rostock sein Engagement beim FCH einstellen. „Wir werden unseren Vertrag noch bis zum 30. Juni 2016 erfüllen, danach aber unser Sponsoring beenden“, erklärt Volker Fritz, Vorstandsmitglied der Wohnungsgenossenschaft. Gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Gunnar Przybill habe er diese schwere Entscheidung getroffen.

Vorstände fürchten Image-Schaden

Seit Februar 2010 unterstützt die WG Union die Lizenz- und Profi-Abteilung sowie die Hansa-Nachwuchsakademie. Die derzeitige sportliche Entwicklung – fünf Niederlagen, acht Remis und erst zwei Siege – habe nichts mit der Entscheidung zu tun. „So ist der Sport – einer steht ganz oben und einer eben ganz unten“, sagt Gunnar Przybill.

Als das Engagement begann, befand sich der Club bereits in einer sportlichen Tiefphase – mit Trainer Andreas Zachhuber mitten im Abstiegskampf der 2. Bundesliga. „Zu dieser Zeit sind wir eingestiegen, weil wir zeigen wollten, dass die Genossenschaft und der Verein sich ähnlich sind – und auch zusammenhalten“, so Volker Fritz.

Nun ist für die Vorstände Schluss: „Sponsoring bedeutet ein Nehmen und Geben. Jetzt aber macht es für einen Sponsor keinen Sinn mehr – auch, was das Image angeht“, erläutert Przybill. „Aufgrund der Vorkommnisse auf der Mitgliederversammlung und der jüngste Ereignisse, die wir in der Presse verfolgt haben, können wir uns als Unternehmen nicht mehr mit dem Verein identifizieren und wollen so ein Zeichen setzen“, so Przybill.

Die entstandene Kultur entspreche nicht dem Verständnis des Unternehmens. Dabei gehe es sowohl um das Fan-Verhalten wie beispielsweise beim Spiel gegen den 1. FC Magdeburg als auch um das Auftreten einiger bei der kürzlichen Mitgliederversammlung. „Aber es geht auch um das, was mit Vorstand und Aufsichtsrat passiert ist – und weiterhin passiert. Das Ganze signalisiert für uns eine komplette Perspektivlosigkeit. Das ist nicht das, was wir darstellen wollen“, unterstreicht Przybill. Immer wieder wurden von Hansa-Seite Versprechungen zur Besserung gemacht, „doch mit den Jahren wird es eher schlimmer“.

Die Wohnungsgenossenschaft habe allein die Profi-Abteilung mit sechsstelligen Summen unterstützt, teilt Volker Fritz mit. Dafür habe die WG Union unter anderem je 180 Eintrittskarten für Heimspiele des FC Hansa bekommen, die sie ihren Mitgliedern zur Verfügung stellen konnte.

Die Talentförderung bleibe von der Entscheidung unberührt, versichern die Vorstände. „Die Zusammenarbeit mit Nachwuchsakademie-Leiter Juri Schlünz ist uns weiterhin wichtig, und dazu stehen wir“, sagt Fritz. Neben der finanziellen Unterstützung stellt die WG jungen Kickern und der Nachwuchsakademie Wohnungen zu besonderen Konditionen zur Verfügung.

Auch Auto Birne macht sich Sorgen

Auch die Auto Birne GmbH, ebenfalls Co-Sponsor des FCH, „verfolgt die derzeitigen Entwicklungen mit Sorge“. Der Sponsoring-Vertrag laufe noch bis zum Ende der aktuellen Saison, solle dann aber neu bewertet werden. „Auch als Hansa-Fans hoffen alle Mitarbeiter von Auto Birne, dass sowohl die Ergebnisse auf dem Platz besser werden als auch abseits des Rasens wieder Ruhe und Professionalität an Bord der Kogge einkehrt“, sagt Geschäftsführerin Christina Birne auf Nachfrage unserer Zeitung.

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