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23. Oktober 2017 | 15:41 Uhr

Fünf Jahre für Netto-Überfall

vom

svz.de von
erstellt am 25.Sep.2013 | 09:55 Uhr

Rostock | Fünf Jahre Haft wegen besonders schwerer räuberischer Erpressung und Unterbringung in einer Entzugsklinik - so lautete gestern das Urteil für Robert K. Das Landgericht hielt den 24-Jährigen für schuldig, am 26. März 2013 einen Kassierer des Netto-Marktes im Kurt-Schumacher-Ring überfallen und 1600 Euro geraubt zu haben.

Robert K. war die Anspannung in der Pause bis zur Urteilsverkündung anzusehen. Für ihn ging es gestern um sein ganzes weiters Leben. In Ribnitz-Damgarten wuchs er auf, besuchte sogar das Gymnasium. Dann kam die Trennung der Eltern, mit der er nicht fertig wurde. Er geriet ins Drogenmilieu, Straftaten folgten. Als er seine Freundin kennenlernte, eine engagierte Sozialarbeiterin, begann für ihn eine Phase der Stabilisierung. Robert K. schrieb sich für ein Praktikum ein, nahm Fahrstunden, wollte den Realschulabschluss erreichen und war um therapeutische Hilfe bemüht. Hinzu kam, dass seine Freundin ein Kind erwartete. Das war zu viel. Der erneute Absturz folgte.

Eigentlich wollte Robert K. am 26. März keine Gewalt anwenden, sondern den Kassierer an dem Raub beteiligen. Dieser verstand den Hinweis aber nicht. Gegen 19 Uhr kam Robert K. ein zweites Mal in den Markt. Diesmal mit einem Teleskopschläger. Er fasste den ausziehbaren Totschläger mit beiden Händen und legte ihn dem Kassierer unter den Kehlkopf. Als dieser auf seine Geldforderung nicht einging, drückte er zu. Nun übergab der Kassierer dem Angeklagten 1600 Euro in kleinen Scheinen. In nur vier Tagen war das Geld für Drogen, Schulden und Essen ausgegeben. Robert K. fuhr zu seiner Freundin nach Norderstedt. Auch dort hielt es ihn nicht. Auf dem Weg nach Hamburg kehrte er plötzlich um und suchte in Norderstedt die Polizeiinspektion auf. Hier legte er am 25. Mai ein umfassendes Geständnis ab.

"Die Polizei hätte die Sache als ungelösten Fall in die Schublade gelegt", vermutete der Richter gestern. Denn auf Robert K. wäre niemand gekommen. So trug das Geständnis maßgeblich zum Urteil und der Festlegung einer intensiven Suchttherapie bei. Der Richter ging davon aus, dass sich die Lebensumstände des Angeklagten mit der starken Frau an seiner Seite und dem kleinen Sohn verändert hätten. Das bestätigte Robert K. in seinem Schlusswort. Und er entschuldigte sich bei Sebastian B.

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