Rostock : Fünf Giebel für den Neuen Markt

Die Berliner Architekten Sabine Müller und Prof. Andreas Quednau von dem Planungsbüro Smaq haben das beste Konzept für die Umgestaltung des Neuen Marktes eingereicht.
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Die Berliner Architekten Sabine Müller und Prof. Andreas Quednau von dem Planungsbüro Smaq haben das beste Konzept für die Umgestaltung des Neuen Marktes eingereicht.

Fachjury entscheidet: Entwurf vom Berliner Architekturbüro Smaq wird Grundlage für die Bebauung der Nordkante.

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27. September 2014, 12:00 Uhr

Die Entscheidung ist gefallen: Die Gestaltung der Nordkante des Neuen Markts wird auf der Grundlage des Planungsentwurfes der Smaq Architekten Sabine Müller und Prof. Andreas Quednau beruhen. Das Planungsbüro aus Berlin konnte nicht nur den Planungs- und Gestaltungsbeirat der Hansestadt Rostock von seinem Entwurf überzeugen, sondern auch die Fachjury, die den städtebaulichen Ideenwettbewerb zur Nordkante betreut. „Die Besonderheit an diesem Entwurf ist sein sensibler Umgang mit den Stadträumen. Die Planer haben sich intensiv mit der Geschichte der Stadt auseinandergesetzt und die dabei gewonnenen Eindrücke in die heutige Zeit transformiert. Alles in allem zeugt die Arbeit von einer großen Qualität“, begründet Stadtplanerin Prof. Beate Niemann die Entscheidung der Jury.

Besonders lobenswert sei außerdem der Umgang mit der Marienkirche. „Während unserer Planungen haben wir uns an einer Karte Rostocks aus dem Mittelalter orientiert und dabei drei Prinzipien festgestellt: Erstens gibt es großräumige Stadtflächen wie den Neuen Markt oder den Platz Am Schilde, zweitens existieren große objekthafte Gebäude wie die Marienkirche und drittens haben wir in der Textur der Innenstadt eine Kleinteilung gesehen. Alle drei Aspekte sollen zur Geltung kommen“, so Architekt Andreas Quednau. Die Marienkirche soll durch fünf Giebelhäuser unmittelbar an der Nordseite des Neuen Marktes hervorgehoben werden.

Die Nutzung dieser Häuser soll in erster Linie mit kulturellen Angeboten erfolgen. Darüber hinaus werden zwei Wohn- und Geschäftshäuser entstehen. Der neu angedachte Rathausanbau qualifiziert sich zudem durch einen 700 Quadratmeter großen Bürgersaal, der künftig Veranstaltungen offen steht. „Unser Entwurf liegt der Grundsatz ,Industrie trifft Moderne’ zu Grunde. Wir wollen dem Maßstab der historischen Altstadt gerecht werden“, betont Quednau. In der ersten Phase des städtebaulichen Ideenwettbewerbs zur Nordkante waren 52 Arbeiten eingereicht worden, von denen sich zwölf für die zweite Projektphase qualifiziert hatten. Am Ende wurden drei gleichrangige Arbeiten ausgewählt, die überarbeitet werden mussten. „Auch wenn sich die überarbeiteten Konzepte auf den ersten Blick ähneln, gibt es insbesondere in Bezug auf die Freiflächengestaltung, aber auch auf die Umsetzung des Rathausanbaus und der Gestaltung des Neuen Marktes deutliche Unterschiede“, erklärt Wettbewerbsmanager Christian Lehmhaus. „Der Entwurf von Smaq dient nun als Grundlage für die Erarbeitung eines Quartierblattes“, fügt er hinzu.

Doch zuvor sollen Sabine Müller und Andreas Quednau einige Feinheiten aus ihrem Konzept überarbeiten. „Der Platz Am Schilde muss räumlich überdacht werden. Momentan ist er so gestaltet, dass er als Durchlauf- und nicht als Aufenthaltsort funktioniert. Wir wünschen uns einen öffentlichen Raum, der zum Verweilen einlädt“, so Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos). Ebenso sehe der Entwurf mögliche Tiefgaragen unterhalb des Bebauungsfeldes unmittelbar an der Nordseite des Neuen Marktes, also unweit der Marienkirche, vor. „Um die Standfestigkeit der Kirche nicht zu gefährden, sollte von einem Tiefgaragenbau an dieser Stelle abgesehen werden“, findet Niemann.

Für die Überarbeitung des Konzeptes sind 16 Wochen angedacht, sodass bereits im ersten Quartal 2015 ein Masterplan vorliegt. Dieser soll als Strategie für weiterführende architektonische Hochbauwettbewerbe dienen. „Auch hier wird es für die Rostocker Gelegenheiten geben, sich mit ihren Vorstellungen einzubringen“, betont Reinhard Wolfgramm, Geschäftsführer der Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung. Zunächst soll der Masterplan jedoch die Basis für die Bebauung der Flächen entlang der Straßen Am Vogelsang und der Kleinen Wasserstraße bilden. Die Nordkanten-Bebauung am Neuen Markt beginnt frühestens im Jahr 2017.

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