Marine : Führungswechsel auf der „Rottweil“

Ab sofort der Chef auf der „Rottweil“: Stefan Öggel wurde gestern zum Kommandanten des Minenbekämpfungsschiffes ernannt.  Fotos: josefine rosse
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Ab sofort der Chef auf der „Rottweil“: Stefan Öggel wurde gestern zum Kommandanten des Minenbekämpfungsschiffes ernannt. Fotos: josefine rosse

Minenjagdboot wird derzeit auf der Rostocker Tamsen-Werft instand gesetzt

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04. Juli 2014, 10:00 Uhr

Für Stefan Öggel hat gestern ein neuer Lebensabschnitt begonnen: Ab sofort ist er Kommandant auf dem Minenjagdboot „Rottweil“. Das Schiff liegt seit dem 1. April zur Reparatur in der Tamsen-Werft in Gehlsdorf. Vor der planmäßigen Instandsetzung war die „Rottweil“ in erster Linie als Minenbekämpfungsschiff in der Ostsee unterwegs. „Seit 2012 haben wir 15 Minen aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg beseitigt“, sagt Korvettenkapitän Mario Fink. Bis gestern hatte er das Kommando auf dem Minenjagdboot. Fast drei Jahre ist er mit dem Geschwader unterwegs gewesen. „Das war eine tolle Zeit“, sagt er.

Mit Öggel wird die „Rottweil“ 2015 in erster Linie die Rolle eines Schulbootes übernehmen. „Ich kann es kaum erwarten in See zu stechen“, gesteht Öggel. Immerhin ist er nun eine von insgesamt 60 Personen in der Marine, die einen Kommandantenstern auf der rechten Brust tragen. In ein paar Monaten wird Öggel die instand gesetzte „Rottweil“ übergeben. „Dann kann ich meinen Traum leben“, so der frisch gebackene Kommandant.

Seit der Neugründung der Werft im Jahr 1994 hat Tamsen maritim rund 800 Schiffe repariert, darunter auch 200 Boote der Marine. Die Minenbekämpfungsschiffe wurden in den 90er-Jahren in den Dienst gestellt und waren unter anderem während der Golfkriege im Einsatz. Boote wie die „Rottweil“ gibt es derzeit weltweit nur 22. Von ihnen sind 18 im Auftrag der deutschen Marine unterwegs. „Zwei Schiffe wurden an die Arabischen Emirate verkauft und zwei weitere wurden für Ausbildungszwecke außer Dienst gestellt“, erzählt Mario Fink. Für Tamsen maritim sind die Boote der Marine ein wichtiges Geschäftsfeld. „Öffentliche Auftraggeber sind seriöse Auftraggeber“, sagt Christian Schmoll, Geschäftsführer der Werft.

Seit 2009 ist Tamsen maritim stetig gewachsen. Mittlerweile arbeiten dort etwa 80 Mitarbeiter, darunter zehn Auszubildende. 2013 war für die Werft ein erfolgreiches Geschäftsjahr. Und auch das erste Quartal 2014 sei wünschenswert verlaufen. Künftig will das Unternehmen weiter in den Ausbau der Werft investieren. Eine neue Wechselspur soll ermöglichen, dass Boote und Schiffe auch außerhalb der Werfthallen bedient werden können. „Neubau ist das Ziel“, betont Schmoll.

Vor einigen Jahren hat sich Tamsen maritim auch auf den Bau von Yachten spezialisiert. „Auf dieses Pferd setzen wir nicht mehr“, so Schmoll. Dazu sei die Auftragslage zu gering. Dafür optimiert die Werft seit rund vier Jahren Prototypen von Nordex-Rotorblättern. „Die Rotorblätter sind aus demselben Kunststoffmaterial wie die Yachten. Wir sind das zweitgrößte Werk in Deutschland, das Kunststoff in dieser Größe verarbeiten kann“, erzählt Schmoll.

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