Sanitz : Frühlingsboten in voller Pracht

Den Geschmack ihrer Kunden kennt Floristin Anja Ortmann genau. Primeln und Stiefmütterchen sind die Favoriten, die schon bald als Farbtupfer in den Gärten blühen werden.
Den Geschmack ihrer Kunden kennt Floristin Anja Ortmann genau. Primeln und Stiefmütterchen sind die Favoriten, die schon bald als Farbtupfer in den Gärten blühen werden.

Primeln, Stiefmütterchen, Hornveilchen und Co. verwandeln die Gewächshäuser der Gärtnerei Ortmann in ein Blütenmeer

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23. Februar 2018, 12:00 Uhr

Während draußen noch winterliche Temperaturen herrschen und vereinzelt immer mal wieder Schneeflocken vom Himmel rieseln, hat in den Gewächshäusern der Gärtnerei Ortmann in Sanitz bereits der Frühling Einzug gehalten. Auf insgesamt 4000 Quadratmetern zeigen sich Primeln, Stiefmütterchen und Co. in farbenfroher Blütenpracht. „Kurz vor Ostern ist die Hochzeit für Frühblüher. Dann wollen alle ihre Gärten fertig machen“, weiß Floristin Anja Ortmann. Seit 26 Jahren führt die 48-Jährige zusammen mit ihrem Mann Thomas Ortmann (51) den Traditionsbetrieb mit Baumschule und Blumenhaus, der 1933 als Gärtnerei Müller in Sanitz gegründet wurde. „Wenn die Kunden in unser Gewächshaus kommen, lächelt jeder.“

Um den Wünschen ihrer Kunden nach Farbe und frischem Grün gerecht zu werden, beginnt für Anja Ortmann und ihr 14-köpfiges Team die Arbeit bereits im August. Dann nämlich fangen sie schon an, die Frühblüher zu pflanzen – und zwar gleichzeitig mit den Weihnachtssternen. „Wir sind immer etwa ein halbes Jahr voraus“, erklärt die Fachfrau. Rund 50 000 Stiefmütterchen und Hornveilchen sowie 30 000 Primeln gehen dann durch ihre Hände. „Die Frühblüher brauchen eine Kälteperiode. Es darf aber auch nicht zu kalt sein, also kein Frost“, berichtet die Floristin. „Und im Dezember fängt es dann hier schon an zu blühen.“

Bis die Blumen aber für den Verkauf bereit sind, ist noch viel Arbeit angesagt: Die Töpfe müssen mit Erde und Dünger befüllt und die kleinen Stecklinge eingesetzt werden, sodass diese Wurzeln schlagen können, unansehnliche Blätter müssen abgeknipst und die Töpfe gedreht werden, damit die Pflanzen gleichmäßig wachsen können. „So ein Topf geht etwa fünf- bis sechsmal durch unsere Hände“, sagt die Floristin. Auch die Erde für die Pflanzen wird in der Gärtnerei selbst gemischt. „Die kommt aus einem Torfgebiet in Gubkow. In der Hauptsaison liefern pro Woche immer so zwei Lkw die Erde an, zurzeit einer“, verrät Ortmann, für die die Arbeit mit Pflanzen sowie der Umgang mit Menschen den Reiz ihres Berufs ausmachen.

Neben dem kompletten Frühjahrs- und Sommersortiment bieten die Ortmanns unter anderem auch Gemüse wie Tomaten, Kohlrabi oder Zucchini, Kräuter und Gehölze an und beliefern Läden unter anderem in Tessin, Grimmen oder Rostock mit ihren Pflanzen. Von März bis Ende Juni ist die stärkste Zeit, „dann verdienen wir unser Geld, das fürs Jahr reichen muss“.

Einen Tipp für Hobbygärtner, die ihre Beete frühlingsfit machen wollen, hat die Fachfrau auch: „Man braucht nicht zu ängstlich sein. Die Pflanzen können viel ab und sind robust. Anfang März könnten sie schon eingepflanzt werden, die gewöhnen sich an die Temperaturen.“

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