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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. August 2017 | 14:09 Uhr

Expertentipps : Frühling ist Pilzsaison

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Ob in der Heide oder im Barnstorfer Wald – überall gibt es schmackhafte Sorten und giftige Doppelgänger.

Trotz jahrzehntelanger Erfahrung: Auch bei Pilzexpertin Veronika Weisheit geht manchmal etwas daneben. „Bei der Zubereitung der Morcheln hab ich letztens zu viel Butter genommen“, so die 64-Jährige. Ein neuer Versuch ist aber kein Problem, schließlich ist das ganze Jahr über Pilzzeit und auch im Frühling sind leckere Exemplare zu finden.

„Man muss allerdings wissen, wo, sonst geht man mit leerem Korb und langem Gesicht nach Hause“, so die Pilzsachverständige des Landkreises Rostock. Ideales Revier für Sammler sei die Rostocker Heide, aber auch auf Wiesen oder im Barnstorfer Wald wären natürlich schmackhafte Speisepilze und ihre giftigen Doppelgänger zu finden. So kann im Krankenhaus enden, wer die frühjahrstypischen Speisemorcheln mit den giftigen Frühjahrslorcheln verwechselt. „Die Morcheln wachsen auf Kalk- oder Lehmboden und brauchen unbedingt junge Eschen und feuchte Umgebung. Manchmal gibt es in ihrer Nähe auch so genannte Zeigerpflanzen, das kann zum Beispiel Pestwurz sein“, weiß die Expertin. Ähnlich wichtig sei auch die Unterscheidung vom essbaren Stockschwämmchen und dem ähnlichen, aber tödlichen Giftheubling.

Beim Schwefelkopf zeigt allein die Farbe der Lamellen, ob er in den Korb wandern oder im Wald gelassen werden sollte: Das graublättrige Exemplar ist ein schmackhafter Speisepilz, der grünblättrige dagegen giftig. Wer einen Glimmertintling findet, könne den zwar bedenkenlos essen, sollte dazu aber keinen Alkohol trinken. „Der Pilz enthält Coprin, einen Wirkstoff, der zu Schweißausbrüchen und Sehstörungen führen kann“, sagt Veronika Weisheit. Völlig bedenkenlos zu sammeln, essen sowie aktuell zu finden, wären Austernsaitlinge, Samtfußrüblinge, Schwefelporlinge und die sehr schmackhaften Mairitterlinge.

Etwa 120 Sorten kann Veronika Weisheit, die seit ihrer Kindheit Pilze liebt, fehlerfrei bestimmen. Ihr umfangreiches Wissen hat sich die Rostockerin selbst angeeignet und regelmäßig durch Weiterbildungen und Prüfungen erweitert. Als Sachverständige der Deutschen Gesellschaft für Mykologie ist sie Expertin für die Bestimmung. Und da es das ganze Jahr über Pilze gibt, steht sie den Sammlern natürlich auch außerhalb der Hauptsaison mit Rat und Tat zur Seite.

Kontakt: Telefon 0381/29 64 17 80, Mobil: 0157/30 77 35 50,

E-Mail: v.weisheit@web.de

Tipps vom Profi

•  Wer Pilze sammeln willen, sollte als Behältnis immer einen Korb mitnehmen, im Notfall einen Stoffbeutel – niemals aber eine Plastiktüte.

• Die gefundenen Pilze können mit einem Messer abgeschnitten oder durch Drehen geerntet werden.

• Wenn das Messer nicht ganz leicht durch den Stil geht, sondern ein Widerstand spürbar wird oder es sogar quietscht, dann ist der Pilz zu alt und sollte nicht verwendet werden.

• Zur Reinigung der Pilze können Bürsten oder Pinsel verwendet werden. Sehr dreckige Exemplare können auch erst in Mehl gewendet und dann vorsichtig gewaschen werden – das Mehl bindet dabei den Dreck. Nicht jeder Pilz kann aber gewaschen werden – Röhrlinge zum Beispiel würden sich voll Wasser saugen.

• Wer seine Ausbeute vom Experten bestimmen lassen willen, sollte nach Möglichkeit sofort oder bis maximal drei Tage nach dem Ernten einen Termin finden, bis dahin sollten die Pilze kühl gelagert werden, das geht auch mit einem feuchten Tuch abgedeckt im Kühlschrank.

• Wer zum Berater kommt, sollte die Pilze nie vorher putzen und am besten das ganze Exemplar mitbringen – manchmal ist der Stiel das entscheidende Kriterium.

• Wer große Mengen gefunden hat, muss nicht gleich alle ernten. Zum Bestimmen reichen ein bis zwei Stück. Ist der Pilz genießbar, können Sammler auch anschließend den Rest holen.

• Pilzgerichte können entgegen des oft verbreiteten Irrglaubens wieder aufgewärmt werden. Allerdings sollte das Essen zwischendurch ebenfalls kühl gestellt werden. Auch Einfrieren ist möglich.

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erstellt am 08.Mai.2016 | 09:00 Uhr

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