zur Navigation springen
Norddeutsche Neueste Nachrichten

20. Oktober 2017 | 11:08 Uhr

Warnemünde : Frontex-Grenzschützer sind zurück

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Bundespolizist Dirk Pfefferkorn ist sauer auf skrupellose Schleuser. Er wäre zu einem nochmaligen Einsatz in Griechenland bereit.

svz.de von
erstellt am 03.Mai.2016 | 08:00 Uhr

Beamte der Bundespolizei See waren jetzt beim Frontex-Einsatz Poseidon Rapid Intervention an der griechischen Mittelmeerküste zur Sicherung der EU-Außengrenzen beteiligt. Es ging darum, Menschen zu retten und Schleusern das Handwerk zu legen. Mit dabei: der Rostocker Polizeioberkommissar Dirk Pfefferkorn (54) und der Stralsunder Polizeihauptmeister Thomas Wegner (49).

Ihre Teilnahme basierte auf Freiwilligkeit, es wurde auch nach fachlicher Qualifikation und gesundheitlicher Befähigung ausgewählt. Die Beamten kamen aus den Stützpunkten Warnemünde, Cuxhaven und Neustadt. „Wir sind sehr gut geschult worden“, sagt Dirk Pfefferkorn. Bei den Einsätzen mit den Kontroll- und Streifenbooten (KoSB) „Uckermark“ und „Börde“ retteten er und seine Kollegen zwischen dem 29. Februar und 30. April 778 Menschen. „Für sechs kam jede Hilfe zu spät“, sagt Pfefferkorn, der im Einsatzstab gearbeitet hat. „Das geht einem unter die Haut, wenn man tote Kinder und Jugendliche aus dem Meer bergen muss“, offenbart er. „Und neben dem Schock bekommt man richtige Wut auf die Schleuser“, sagt Pfefferkorn. „Die schicken die Flüchtlinge mit Westen los, die mit Dämmwolle und anderem Material gefüllt sind und im Falle eines Falles zum Ertrinken führen.“

Zehn Stunden am Stück waren die Beamten im Einsatz, das war oft kräftezehrend. „Aber wir waren eine dufte Truppe“, so der Rostocker. Die deutschen Beamten waren der griechischen Küstenwache unterstellt, deshalb fuhr ein griechischer Beamter mit. „Wir haben den Hafen von Vathy abgedunkelt verlassen, auch die Positionslampen waren ausgeschaltet“, sagt Pfefferkorn. „Die meisten Boote kommen nachts und wir wollten von den Schleusern nicht gleich erkannt werden“, sagt Pfefferkorn. Irgendwann hörten sie in der dunklen See die Hilfeschreie von Menschen. „Das brennt sich im Gedächtnis ein“, sagt Pfefferkorn. Thomas Wegner war mit an Bord, als für die sechs Menschen jede Hilfe zu spät kam. Da wurden mit der Crew Gespräche geführt. „Das war ein Wechselbad der Gefühle, es war traurig mit den Toten, aber es war ein Glücksgefühl, dass wir so viele Menschen retten konnten.“

Momentan wird geprüft, ob der Einsatz aufgrund der Migrationslage noch verlängert wird. „Ich würde wieder als Freiwilliger dabei sein wollen“, sagt Pfefferkorn. Und auch sein Kollege Wegner hat seine Bereitschaft signalisiert.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen