Frauenpower : Frischer Wind in der Politik

Initiatorin der ersten Frauenbürgerschaftssitzung ist Rostocks Gleichstellungsbeauftragte Brigitte Thielk.
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Initiatorin der ersten Frauenbürgerschaftssitzung ist Rostocks Gleichstellungsbeauftragte Brigitte Thielk.

Gleichstellungs-Debatte im Rathaus: Erste Bürgerschaftssitzung mit rein weiblicher Besetzung

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08. März 2014, 10:00 Uhr

Ein Novum im Rostocker Rathaus: 53 Frauen aus der Politik, der Wirtschaft, aus Verbänden und Vereinen sind gestern im Bürgerschaftssaal zusammengekommen, um über die Belange der Stadt zu diskutieren. Sie alle waren Teilnehmer der ersten Bürgerschaftssitzung für Frauen, die von Brigitte Thielk, der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt, ins Leben gerufen wurde. „Anlass dieser Veranstaltung ist die noch zu geringe Anzahl von Frauen in der Kommunalpolitik und den Ortsbeiräten“, bemerkt Thielk.

Um 10.03 Uhr eröffnete Bürgerschaftspräsidentin Karina Jens (CDU) die Sitzung. „Lediglich 35,8 Prozent der Rostocker Bürgerschaft sind Frauen und nur 31, 7 Prozent engagieren sich in den Ortsbeiräten. Das sind eindeutig zu wenig, um gleichberechtigte, gute Politik machen zu können“, betont sie. Für die kommende Legislaturperiode wünscht sich Jens eine Erhöhung des Frauenanteils in politischen Gremien. Den ersten Antrag dafür hat Dr. Sybille Bachmann (Rostocker Bund) gestern gestellt. Dabei ging es um die Besetzung der Beigeordnetenpositionen: „Wir müssen Sorge dafür tragen, dass auch eine Frau Senatorin werden kann.“ Neben der Debatte um Frauen in Führungspositionen wurden auch Themen aus dem Wirtschafts- und Finanzsektor sowie Anträge aus dem Sozialbereich besprochen. „Die Gleichberechtigung von Frau und Mann ist nicht nur fest verankert in unseren Gesetzen, sondern auch in unseren Köpfen. Dennoch sind Frauen in Führungspositionen stark unterrepräsentiert“, so Jens. Frauen bekämen nicht das gleiche Einkommen wie ihre männlichen Kollegen. Darüber hinaus stünden sie immer wieder vor der Herausforderung, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. „Für diese Probleme müssen Lösungen gefunden werden“, verdeutlicht Jens.

Damit steht die Bürgerschaftspräsidentin nicht alleine. Bau- und Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne), der als Vertreter des Oberbürgermeisters zur Veranstaltung erschien, unterstützt die Ideen. „Ich habe mich lange gefragt, warum eine solche Sitzung erst jetzt stattfindet. Immerhin ist die heutige Frauengeneration besser ausgebildet als je zuvor, doch das spiegelt sich nicht in der Gesellschaft wider“, so Matthäus. „Die hohe Sozialkompetenz der Frauen ist für unsere Gesellschaft unverzichtbar. Wir müssen die Potenziale besser nutzen.“ Die erste Frauenbürgerschaftssitung soll nicht die letzte ihrer Art gewesen sein. „Frauen müssen sich für ihre eigenen Belange einsetzen. Sie müssen das politische Geschehen mitgestalten“, findet Jens. Und weil heute internationaler Frauentag ist, gab es bereits gestern für alle Mitglieder der Frauenbürgerschaft von Senator Matthäus eine Rose.

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