Brandstiftung : Freunde belasten Frank S. schwer

Prozess um tödliches Feuer: Angeklagter soll Brandstiftung zugegeben haben. Ex-Freundin sagt aus.

svz.de von
23. April 2015, 08:00 Uhr

Im Prozess um das tödliche Feuer im Beginenberg haben frühere Freunde den Angeklagten schwer belastet. Frank S. (45) soll die Tat ihnen gegenüber zugegeben haben. Er muss sich vor dem Landgericht wegen Mordes und schwerer Brandstiftung verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, am 24. Juli 2014 in der Wohnung seiner Ex-Freundin Francis B. (28) Feuer gelegt und dabei den Tod des im Dachgeschoss schlafenden 62-jährigen Hauseigentümers verursacht zu haben. Frank S. bestreitet die Tat. Er sagt, dass seine Ex-Freundin oder Felix F. den Brand aus tiefem Hass gelegt hätten.

Gestern nun wurden die ersten von insgesamt 22 Zeugen gehört. Manfred R. (36) und Felix F. (25) schilderten, wie sie den Vormittag des 24. Juli gemeinsam mit Frank S. am Strand in Warnemünde verbrachten. Sie hätten viel getrunken und noch mehr Unsinn gemacht. Zum Beispiel seien sie von der Brücke in den Alten Strom gesprungen und hätten Bierkästen gestohlen.

Frank S. habe sich ihnen bereits einen Tag nach der Tat anvertraut, gaben beide Zeugen an. Manfred R. berichtete, dass der Angeklagte ihm ein Video vom Brand des Wohnhauses in der Östlichen Altstadt zeigte und dazu sagte, dass er im ganzen Haus nachgesehen habe, ob noch jemand da war, bevor er mit einer brennenden Kerze das Feuer anzündete. Er habe nicht gewusst, dass im Dachgeschoss der Hauseigentümer schläft, habe der Angeklagte sich entschuldigt.

Felix F., der sich als Sohn des Angeklagten betrachtet und sich seinen Namen sogar auf die Hand tätowieren ließ, sah das Video auch. „Ich habe Scheiße gebaut“, habe der Angeklagte zu ihm gesagt und hinzugefügt, dass er die Wohnung von Francis B. angezündet habe. Der 25-Jährige nannte auch das Motiv des Angeklagten: „Weil sich Francis B. von ihm getrennt hatte.“ Der Angeklagte sei sehr verliebt gewesen. Und er berichtete weiter, dass er aufgefordert worden war, dem Angeklagten für den Abend des 24. Juli ein Alibi zu verschaffen. Er sollte angeben, dass er ihn zusammen mit einem Bekannten bei seiner Mutter abgesetzt habe. Das machte Felix F. aber nicht. Er erzählte vielmehr seiner Schwester die ganze Geschichte, die dann die Fahndung ins Rollen brachte.

Ex-Freundin Francis B. bestätigte, dass Frank S. sehr eifersüchtig war. Anfangs sei alles gut gelaufen – bis sie schwanger wurde. Er habe die Vaterschaft angezweifelt und sie sogar mit Desinfektionsmitteln bedroht. Aus Furcht vor ihm sei sie zu einem Bekannten geflüchtet. Der Prozess wird am 4. Mai fortgesetzt.

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