Freudige Heimkehr aus dem Libanon

Fast fünf Monate getrennt: Leo (3, links)  hat die Begrüßungszeremonie für Onkel Franco (2. v. l.) zu lange gedauert. Klaus und Angelika lassen sich die Freude, ihren Sohn wieder zu Hause zu haben, trotzdem nicht nehmen. Auch ihre Tochter Julia (Mitte) ist froh,  Bruder Franco wieder in Sicherheit zu wissen. Foto: Georg Scharnweber
Fast fünf Monate getrennt: Leo (3, links) hat die Begrüßungszeremonie für Onkel Franco (2. v. l.) zu lange gedauert. Klaus und Angelika lassen sich die Freude, ihren Sohn wieder zu Hause zu haben, trotzdem nicht nehmen. Auch ihre Tochter Julia (Mitte) ist froh, Bruder Franco wieder in Sicherheit zu wissen. Foto: Georg Scharnweber

Die "Hermelin" und "Gepard" vom siebten Schnellbootgeschwader der Deutschen Marine haben ihren Einsatz auf hoher See beendet. Familien und Freunde sowie das Marine-Musikkorps Ostsee begrüßten die Kameraden.

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24. Mai 2013, 06:56 Uhr

Hohe Düne | Als Angelika Schulz ihren Sohn Franco (22) an Bord des Schnellbootes "Gepard" entdeckt, kann die 52-Jährige ihre Tränen nicht mehr zurückhalten. Vor viereinhalb Monaten hat sie ihren Sohn das letzte Mal in die Arme schließen können. Gestern gab es auf dem Marinestützpunkt Hohe Düne das lang ersehnte Wiedersehen - mit ihrer Ankunft am Stützpunkt beendeten die "Hermelin" und "Gepard" vom siebten Schnellbootgeschwader der Deutschen Marine ihren langen Einsatz auf hoher See. Rund 150 Familienangehörige und Freunde sowie das Marine-Musikkorps Ostsee begrüßten die Kameraden wieder an Land.

Für den Heizer Franco war es die zweite Reise an Bord der "Gepard". Zur Marine wollte er schon immer, nur nie auf ein Schnellboot. "Jetzt kann er sich aber gar nichts anderes mehr vorstellen", sagt Mutter Angelika. Die ganze Familie hat zur Begrüßung ein riesiges Banner bemalt. ",Wir freuen uns, dass alle Jungs heil nach Hause kommen’, steht da drauf", sagt Julia Schulze (24). Sie hat ihren Bruder Franco sehr vermisst. "Ab und zu haben wir über Internet telefoniert, aber die Verbindung war sehr schlecht", ergänzt sie.

Überraschungsparty für jungen Heizer

Mutter Angelika war während der Abwesenheit ihres Sohnes froh, von der Deutschen Marine über den Verlauf der Reise informiert zu werden. "Es gab zwei Betreuungsveranstaltungen, bei denen uns Bilder gezeigt wurden. Das war sehr aufmunternd", so die 52-Jährige. Als Überraschung hat die dreifache Mutter für ihren Jüngsten gestern eine Party vorbereitet, zu der auch Francos Freunde eingeladen waren.

Vor knapp einem Jahr haben die zwei Schnellboote in Hohe Düne abgelegt. Mit jeweils 35 Mann an Bord verstärkten sie im Libanon den Unifil-Einsatz. Zweimal wurde die Besatzung während dieser Zeit ausgetauscht. Vom zypriotischen Hafen Limassol aus operierten die Schiffe und legten dabei jeweils rund 50 000 Seemeilen zurück. Das entspricht einer Strecke von etwa 90 000 Kilometern.

Die Aufgabe der Schnellboote bestand darin, die Seewege vor der libanesischen Küste zu überwachen und den Waffenschmuggel zu verhindern. "Die Korvette ,Braunschweig’ und das Schnellboot ,Frettchen’ haben nun ihre Aufgaben im Mittelmeer übernommen", sagt Fregattenkapitän Christian Walter Meyer. Er ist stolz auf sein Team, dass monatelang auf einem Schiff von nur 57 Metern Länge einen kühlen Kopf bewahrt hat. "Der Dienst war aufreibend, nervenzehrend und eintönig", fügt er hinzu. Auch der Umgang mit den fremden Kulturen im Nahen Osten sei immer wieder eine neue Herausforderung für die Besatzungen.

Nach der Ablösung durch die Korvette und das Schnellboot absolvierten "Gepard" und "Hermelin" ein Flugkörper-Schießen in einem Nato-Schießgebiet südlich von Kreta. Erst danach durften die zwei Marine-Boote ihren Heimweg nach Hohe Düne antreten. Um ihren Treibstofftank aufzufüllen, steuerten sie bei Zwischenstopps La Valletta auf Malta und Palma de Mallorca an.

Im spanischen Cadiz mussten die Mannschaften wegen zu starken Seegangs mit Wellen von sechs Metern Höhe eine mehrtägige Zwangspause einlegen. Danach ging es via Vigo, Brest und Den Helder in den Niederlanden nach Hause. Da die Schnellboote länger als ein halbes Jahr im Auslandseinsatz waren, durften sie mit langem Heimatwimpel am Mast einlaufen.

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