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20. Oktober 2017 | 16:35 Uhr

Freude und Skepsis über Soforthilfe

vom

svz.de von
erstellt am 12.Dez.2012 | 07:32 Uhr

Rostock | Bis zu einer halben Million Euro hat Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) als Soforthilfe in Aussicht gestellt - wenn Rostock bis morgen nachweist, dass das Volkstheater das Geld dringend braucht. Zweite Bedingung: Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) soll sich an den Verhandlungstisch setzen und dabei auch über eine mögliche Fusion mit dem Schweriner Theater sprechen - und damit einem Beschluss der Bürgerschaft vom 5. Dezember folgen. Viele Fraktionen reagieren erfreut auf das Hilfsangebot des Ministers, das am Dienstag im Rostocker Rathaus eintraf. Die Geschäftsführung des Theaters und die Gewerkschaften sind allerdings skeptisch.

"Die in Aussicht gestellte Hilfe schafft Sicherheit in einer bedrohlichen Situation. Der OB muss handeln, um die Insolvenzgefahr von der GmbH abzuwenden", sagt SPD-Fraktionschef Dr. Steffen Wandschneider. In dieser Woche habe der OB das Thema schon mit Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) erörtert, heißt es aus dem Rathaus. Ein Termin mit dem zuständigen Ministerium gebe es allerdings noch nicht.

Eva-Maria Kröger, Vorsitzende der Linksfraktion, mahnt ebenfalls zur Eile: "Der OB muss jetzt so schnell wie möglich in Schwerin darstellen, dass das Volkstheater die finanzielle Hilfe auch dringend nötig hat."

Zurzeit ist das Volkstheater mit einem Minus von 1,3 Millionen Euro belastet. Ohne eine Finanzspritze müsste Geschäftsführer Stefan Rosinski im Januar die Insolvenz der GmbH anmelden. Eine halbe Million Euro vom Land würde diese Gefahr für die kommenden Monate zunächst abwenden. "Der Spielbetrieb 2013 wäre damit trotzdem nicht abgesichert", sagt Rosinski. Denn für Neubesetzungen und Gäste-Etats würde das Geld weiter fehlen. Als "komplett unzureichend" bezeichnet Gerrit Wedel von der Vereinigung Deutscher Opernchöre und Bühnentänzer (VDO) das Angebot des Ministers.

VDO und andere Gewerkschaften befinden sich zurzeit in Gesprächen zu einem Haustarif für das Volkstheater. Dieser könnte ebenfalls einen Teil des Weges aus der Finanzmisere bedeuten. "Gestern haben wir uns auf ein Angebot geeinigt, das auf fünf Jahre angelegt ist und einen Verzicht der Beschäftigten von insgesamt 6,2 Millionen Euro bedeuten würde", sagt Wedel. Die Gewerkschaften verfolgen den Erhalt des eigenständigen Spielbetriebs am Volkstheater und der Mehrspartenstruktur - was Fusionsverhandlungen entgegenläuft.

Mit dem Angebot der Gewerkschaften würden Wedels Angaben zufolge etwa zwei Drittel des strukturellen Defizits abgedeckt. Das Theater bräuchte neben den Einsparungen bei den Gehältern auch noch andere Geldquellen.

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