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Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. Dezember 2017 | 15:53 Uhr

Hochschule : Freiversuch: Uni Rostock diskutiert

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Ende des Jahres sollen konkrete Ideen vorliegen.

von
erstellt am 09.Sep.2014 | 09:00 Uhr

„Freiversuch mit Verbesserungsoption – eine (zweifelhafte) Errungenschaft in wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen?“ So lautet der Titel des Arbeitspapiers der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät, das derzeit an der Uni Rostock für kontroverse Diskussionen sorgt. Bisher konnten Studenten durch den Freiversuch – bis auf die Abschlussprüfung – ihre Noten verbessern. Doch vergangene Woche hatte der Akademische Senat darüber beraten, ob die Rahmenprüfungsordnung für die Bachelor-, Master- und Lehramtsstudiengänge geändert werden soll.

„Die Daten der Studie zeigen, dass der Freiversuch zu höherer Prüfungsbelastung führt und die Noten anscheinend schlechter werden“, sagt Professor Stefan Göbel, Prodekan für Studium und Lehre. Dies gelte laut Untersuchung für wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge. Was den Einfluss der Verbesserungsoption auf andere Fächer betreffe, „so müsste eine Fachschaft kommen und die positive Wirkung dieses Instruments nachweisen“, so Göbel weiter. Grundsätzlich ist der Freiversuch für ihn die falsche Lösung. Stattdessen wären laut Göbel andere Vorschläge denkbar: „Bestimmte Module zu Studiumsbeginn könnten nicht gezählt oder die schlechteste Note gestrichen werden“, schlägt Göbel vor. Derartige Kompromisse müssten mit den Studenten diskutiert und fachspezifisch umgesetzt werden.

Wirtschaftsstudent Ben Hellmanzig plädiert für den Freiversuch: „Er ist die einzige Möglichkeit für Studenten, ihre Noten zu verbessern, wenn sie beispielsweise eine Prüfung mit 4,0 bestehen“, so der 22-Jährige. Dass durch den Freiversuch ein Verwaltungsaufwand entstehe, sei verständlich. Daher kann er sich folgende Alternativen vorstellen: „Längere Prüfungszeiträume für alle Studiengänge oder zum Beispiel bestimmte, selbst gewählte Prüfungsergebnisse nicht in die Abschlussnote mit aufzunehmen“, so der Student.

Göbel jedoch geht es nicht um den Arbeitsaufwand: „Wenn es hilft, leisten wir den Mehraufwand gern“, so der Prodekan. Nach seinen Beobachtungen würden nicht viele Studenten mit Noten wie 4,0 oder 3,7 versuchen, sich zu verbessern. „Das sind eher Studenten mit Noten wie einer 2,3“, so Göbel. Den Betroffenen gelinge eine Verbesserung nur in Einzelfällen. Er hofft darauf, dass Ende des Jahres konkrete Kompromissvorschläge für die einzelnen Fachschaften vorliegen.

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