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Ohne Fischereischein auf Angeltour : Freies Angeln für Kinder bis 14

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Freies Angeln an Mecklenburg-Vorpommerns Seen: Voraussichtlich ab Herbst können Kinder bis 14 Jahren ohne Fischereischein auf Angeltour gehen. Die Gesetzesänderung ist in Arbeit.

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erstellt am 12.Mär.2012 | 07:25 Uhr

Schwerin | Freies Angeln an Mecklenburg-Vorpommerns Seen: Voraussichtlich ab Herbst können Kinder bis 14 Jahren ohne Fischereischein auf Angeltour gehen. Im Landwirtschaftsministerium werde in den nächsten Tagen ein Entwurf zur Änderung des Landesfischereigesetzes erarbeitet und in die Ressortabstimmung gegeben, teilte eine Ministeriumssprecherin unserer Redaktion mit. Danach soll die bisher geltende Fischereischeinpflicht von 10 auf 14 Jahre heraufgesetzt werden. Nach dem Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens könne die Regelung voraussichtlich ab September in Kraft treten, hieß es.

Mit der Gesetzesänderung kommt das Land einer von den Anglern seit Jahren geforderten Vereinfachung der Fischereiregeln nach. SPD und CDU hatten im Koalitionsvertrag vereinbart, das Fischereigesetz zu ändern und die Fischereischeinpflicht für Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre abzuschaffen. Mit der Fischereischeinpflicht erst ab 14 könnten mehr Kinder und Jugendliche für das Angeln motiviert werden, erklärte Axel Pipping, Geschäftsführer des Landesanglerverbandes in Görslow nahe Schwerin. Mit der Neuregelung sei es für Kinder einfacher, das Angeln für sich als sinnvolles Hobby zu erkennen und so einen besseren Zugang zur Natur zu finden, meinte Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD). Die alte Regelung habe für 10-Jährige eine zu hohe Hürde dargestellt, sagte Pipping. Die 60 Fragen der bei den Kreisen und kreisfreien Städten abzulegenden Prüfungen seien oft zu anspruchsvoll. Für Kinder, die durchgefallen seien, breche oftmals eine Welt zusammen, so Pipping: "Dann ist das Interesse am Angeln schnell verloren."

Der jetzt erarbeitete Gesetzesänderung sieht u. a. vor, dass nur noch Jugendliche ab 14 Jahren einen Fischereischein ablegen müssten. Für Jüngere sei die Prüfung freiwillig. Trotz der Prüfungsfreiheit müssten aber die Standards im Tier-, Natur- und Umweltschutz eingehalten werden. Die neue Regelung entbinde die Eltern nicht von ihrer Aufsichtspflicht, meinte Backhaus. Sie seien in der Verantwortung, den Kindern beizubringen, wie sie Fische tierschutzgerecht aus dem Wasser holen.

Im Landesangelverband mit seinen 42000 Mitgliedern sind bislang etwa 3000 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre organisiert. "Es könnte noch mehr werden", meinte Pipping. Durch gezielte Jugendarbeit soll der Anteil junger Mitglieder weiter erhöht werden. 2011 seien etwa 200 junge Mitglieder neu aufgenommen worden, sagte Pipping.

Mit der Gesetzesänderung soll zudem der bisherige Touristenfischereischein in einen zeitlich befristeten Fischereischein umgewandelt und umbenannt werden. Die Klarstellung sei notwendig, da auch einheimische Angler die auf 28 Tage befristete und verlängerbare Erlaubnis nutzen könnten, ohne eine Prüfung ablegen zu müssen, so Pipping. Außerdem solle in dem Gesetz festgeschrieben werden, dass die Fischereiaufsicht von der oberen Fischereibehörde des Landes an die Kreise und kreisfreien Städte übergehen soll. Darauf seien die Kreise gar nicht vorbereitet, lehnte Pipping diese Änderung ab. Das bringe nur "Kleinstaaterei". Für den Schweriner See seien beispielsweise drei Kreise zuständig, erklärte er. Das führe zu drastischen Einschnitten bei der Kontrolle.

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