Uniluft schnuppern : Frauenpower im Maschinenbau

Tüfteln an zukunftsfähigen Verbrennungsmotoren: Professor Bert Buchholz und Tutorin Franziska Ossenkopp vor einer Prüfstation in der Maschinenhalle der Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik.
Tüfteln an zukunftsfähigen Verbrennungsmotoren: Professor Bert Buchholz und Tutorin Franziska Ossenkopp vor einer Prüfstation in der Maschinenhalle der Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik.

Franziska Ossenkopp leitet Vorlesung beim Juniorstudium der Universität zu Verbrennungsmotoren. Angebot findet große Resonanz.

svz.de von
10. Juli 2018, 12:00 Uhr

Das Fach Maschinenbau im Juniorstudium der Universität Rostock ist fest in Frauenhand. Erstmalig wird in diesem Semester eine Vorlesung aus diesem Bereich zum Thema Verbrennungsmotoren angeboten. Betreut wird diese von Tutorin Franziska Ossenkopp, die selbst Maschinenbau im sechsten Semester studiert. Eine ihrer Juniorstudentinnen ist die Schülerin Anna Tschesche vom Schweriner Fridericianum Gymnasium.

Unterstützt wird dieses Angebot von Professor Bert Buchholz, Lehrstuhlinhaber für Kolbenmaschinen und Verbrennungsmotoren an der Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik (MSF) der Uni Rostock. Er findet, dass es eine gute Möglichkeit für Schüler sei, um herauszufinden, was sich hinter dem Studium des Maschinenbaus verberge. Buchholz ist sich sicher, dass Verbrennungsmotoren trotz der Diskussionen, in denen sie als Auslaufmodell gelten, zukunftsträchtig sind und dass es deshalb wichtig ist, sich weiterhin intensiv mit ihnen zu beschäftigen. „Für eine erfolgreiche Energiewende brauchen wir auch zukünftig Verbrennungsmotoren. Sie sind sowohl für große Reichweiten als auch für schwere Fahrzeuge eine notwendige und ökologisch sinnvolle Alternative zur E-Mobilität. Dazu kommt, dass Verbrennungsmotoren mit Biokraftstoffen und zukünftigen Power-Fuels aus erneuerbaren Energien klimaneutral betrieben werden können. Solche Fahrzeuge sind in ihrer CO2-Gesamtbilanz den batterieelektrischen Fahrzeugen sogar durchaus überlegen und werden so einen unverzichtbaren Beitrag zur Erfüllung der Klimaziele leisten.“

Tutorin Franziska Ossenkopp behauptet sich in der Männerdomäne. „Mich hat es überhaupt nicht abgeschreckt, dass sonst dieses Fach eher von Männern gewählt wird. Jeder sollte das studieren dürfen, was interessiert. Es ist manchmal erschreckend, mit welcher Verblüffung auf meine Wahl reagiert wird. Eigentlich sollte so etwas schon viel normaler sein. Und eins steht fest: Die Frauen, die anfangen Maschinenbau zu studieren, brechen das Studium viel seltener ab als die männlichen Kommilitonen“, sagt die Studentin, die in dem Juniorstudium eine gute Möglichkeit sieht, schon während der Schulzeit Uniluft zu schnuppern. „Ich denke, es kann viel zur Studiengangwahl beitragen und man hat die Möglichkeit zu schauen, ob in den Fächern wirklich das gelehrt wird, was man erwartet oder vermutet.“

Die Elftklässlerin Anna Tschesche jedenfalls hat Spaß an der Sache. „Es hat mich irgendwie gereizt mitzumachen. Ich habe viel über Verbrennungsmotoren gelernt und werde im nächsten Semester wahrscheinlich wieder eine Veranstaltung belegen.“ Sie ist eine von insgesamt 194 Schülern, die sich im aktuellen Sommersemester für ein Juniorstudium eingeschrieben haben. Die Zehnt- bis Zwölftklässler können auf diese Weise schon einmal in den Alltag eines Studenten reinschnuppern. Die angebotenen Vorlesungen decken alle sieben Studienbereiche der Uni Rostock (Ingenieurwissenschaften/Informatik, Mathematik/Naturwissenschaften, Medizin/Life-Science, Sprach-/Geisteswissenschaften, Wirtschafts-/Sozial-/ Rechtswissenschaften, Lehramt, Agrar-/Umweltwissenschaften) ab.

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