Gleichberechtigung : Frauen fordern fairen Lohn

Mit Flyern und einer Zeitung wollen Lisanne Straka (l.) und Brigitte Thielk Bürger für das Thema sensibilisieren.
Mit Flyern und einer Zeitung wollen Lisanne Straka (l.) und Brigitte Thielk Bürger für das Thema sensibilisieren.

Mit Aktionen zum Equal Pay Day soll am 19. März auf Gehaltsunterschiede aufmerksam gemacht werden.

svz.de von
16. März 2016, 22:00 Uhr

Rund 22 Prozent, so viel verdienen Frauen aktuell im Bundesdurchschnitt weniger als ihre männlichen Kollegen. In MV beträgt diese Lücke sechs Prozent. „Das liegt aber an dem geringeren Lohnniveau im Land. Daher ist die Spanne hier nicht so groß“, weiß Lisanne Straka, Abteilungsleiterin beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) Nord. Dennoch erhalten auch hierzulande Frauen weniger Gehalt als ihre männlichen Kollegen. Um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen, sind am deutschlandweiten Equal Pay Day am 19. März auch in Rostock Aktionen geplant. „An diesem Tag werden vor allem Gewerkschaftsfrauen unter dem Motto ,Was ist meine Arbeit wert?‘ vor- und nachmittags auf dem Universitätsplatz Infomaterial verteilen“, sagt Brigitte Thielk, Gleichstellungsbeauftragte der Hansestadt. Neben einer Equal-Pay-Day-Zeitung gibt es Flyer und Postkarten, die über die Lohnlücken zwischen Mann und Frau aufklären. Der Aktionstag findet bereits zum siebten Mal in der Hansestadt statt.

„Die Frage ist, wie schaffen wir es, dass die Gleichberechtigung auch bei den Frauen im Portemonnaie ankommt“, sagt Straka. Als eine Möglichkeit sieht sie mehr Transparenz. „Frauen wissen oft nicht, was die Kollegen verdienen und gängige Gehälter sind“, so die DGB-Abteilungsleiterin. Ein Gesetz zur Entgeltgleichheit von Frauen und Männern soll Beteiligten in Zukunft ermöglichen, das Durchschnittsgehalt der Kollegen mit vergleichbarer Tätigkeit zu erfragen. „Das hat aber noch nicht das Licht der Welt erblickt“, so Straka. Die Ursachen für den Lohnunterschied sind vielfältig. Gründe seien beispielsweise, dass Frauen häufiger in Teilzeit arbeiten und in Branchen tätig sind, in denen das Lohnniveau niedriger ist. „Es gibt also noch viel zu tun“, sind sich Thielk und Straka einig.

Der 19. März markiert den Tag, bis zu dem viele Frauen umgerechnet umsonst arbeiten, während Männer schon seit dem 1. Januar bezahlt werden.

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