Rostock : Frau totgefahren: 2000 Euro Geldstrafe

Freunde von Heike H. erinnerten an der Unfallstelle an die 39-Jährige.dabe
Freunde von Heike H. erinnerten an der Unfallstelle an die 39-Jährige.dabe

Mit Tempo 81 überfuhr ein 55-Jähriger am Steintor in Rostock Heike H. Das Verfahren wurde jetzt gegen 2000 Euro Geldstrafe eingestellt. Die Fußgängerin war bei Rot losgelaufen.

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06. September 2012, 07:22 Uhr

Rostock | Mit 39 Jahren starb Heike H. im September auf der Steintor-Kreuzung - überfahren von einem BMW-Geländewagen. Das Verfahren gegen den 55-jährigen Rostocker, der hinterm Steuer saß und den tödlichen Unfall verursachte, wurde jetzt eingestellt. 2000 Euro Geldstrafe muss der Mann zahlen. Wie das Amtsgericht Rostock gestern mitteilte, hätte er den Unfall nicht verhindern können. Denn die geistig behindete Heike H. war bei Rot über die unübersichtliche Kreuzung am Steintor gegangen. Die Ermittlungen hatten allerdings auch ergeben, dass der 55-jährige Unternehmer aus der Hansestadt mit einem Tempo von mindestens 81 Kilometern auf die Kreuzung zugefahren. Da schaltete die Ampel für seine Fahrtrichtung gerade auf Gelb.

Die Staatsanwaltschaft Rostock hatte vor gut einem Monat Anklage wegen fahrlässiger Tötung gegen den Unfallfahrer erhoben. Sie stimmte laut Gericht der Einstellung des Verfahrens gegen die Geldstrafe nun ebenso zu wie der Angeklagte selbst.

Der Ungfall schockierte im Herbst vor einem Jahr ganz Rostock: Heike H. war am 22. September am frühen Abend auf der Kreuzung unterwegs. Sie wollte gerade von der Richard-Wagner-Straße aus zur Industrie- und Handelskammer herüber. Der Geländewagen fuhr in Richtung Innenstadt, als er sie erfasste. Heike H. wurde durch die Wucht des Aufpralls 20 Meter durch die Luft geschleudert. Alle Wiederbelebungsversuche der Rettungskräfte scheiterten. Heike H. erlag noch auf der Kreuzung ihren schweren Verletzungen. Die Frau war geistig behindert und hatte lange Jahre auf dem Michaelshof gelebt.

Ihr Tod löste auch eine Debatte über die Gefährlichkeit der Steintor-Kreuzung aus, wo mehrere Hauptverkehrsadern und Trassen der Straßenbahn zusammentreffen. Forderungen nach einer Änderung der Ampelschaltung wurden laut. Inzwischen wird nach Angaben der Hansestadt die Verkehrsführung der viel befahrenen Kreuzung überprüft.

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