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Norddeutsche Neueste Nachrichten

22. November 2017 | 14:11 Uhr

Rostock unter Schock : Frau stürzt sich in die Tiefe

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Gegen 11.15 Uhr passiert das Unglück. Der Turm bleibt bis einschließlich Sonntag geschlossen

svz.de von
erstellt am 15.Apr.2016 | 20:45 Uhr

Der Warnemünder Leuchtturm bleibt an diesem Wochenende geschlossen. Denn die ehrenamtlich wirkenden Männer vom Turm stehen – wie viele Warnemünder – derzeit unter Schock und müssen erst einmal ein tragisches Unglück verarbeiten. Gestern gegen 11.15 Uhr hat sich eine 68 Jahre alte Frau aus Warnemünde vom Leuchtturm in die Tiefe gestürzt. Sie soll von der zweiten Brüstung gesprungen sein, das sind 30 Meter Höhe. Nach dem Sprung soll sie sofort tot gewesen sein.

Die diensthabenden Leuchtturmmänner Heinz Sieg und Atze Marnau sind erschüttert und haben Tränen in den Augen. „Ich habe noch so nett mit der Dame geplaudert, als sie hoch ging“, sagt Marnau und kann es nicht fassen, was da gerade geschehen ist. Er hielt es anfangs für einen schlechten Scherz, als ihm jemand gesagt hat, dass ein Mensch runter gesprungen ist. „Ich habe noch gesagt, dass man mit so etwas keine Witze macht“, sagt er. Die Rettungskräfte wurden sofort alarmiert, das Unglück löst e ein Großaufgebot von Polizei, Feuerwehr und anderen Rettungskräften aus. Der Bereich wurde umgehend mit einem Polizeiabsperrband gesichert.


Urlauber wollte Frau davon abbringen


In der Straße Am Leuchtturm erzählen Geschäftsleute, dass ein Urlauber vom Balkon aus die Frau gesehen hat und sie mit ermutigenden Zurufen von ihrem scheinbar feststehenden Entschluss abhalten wollte. Aber sein Bemühen war vergeblich, sie sprang. Der Kriminalpolizei liegt auch ein Foto von einer Touristin vor, mit dem eine Passantin den tragischen Sprung festgehalten hat – zufällig. Sie wollte ihren Begleiter vor dem Leuchtturm fotografieren und hat wahrscheinlich auch den Unglücksmoment mit auf dem Bild festgehalten. Weitere Zeugen stellten sich der Kriminalpolizei zur Verfügung, die jetzt in dem Fall ermittelt.

Gerhard Lau, Ehrenvorsitzender im Leuchtturm, kam sofort an das Wahrzeichen, als er vom Unglück erfuhr. Auch dem Mitgründer des Leuchtturmvereins war deutlich anzusehen, wie sehr das Unglück ihn mitgenommen hat. „Dabei wollen wir mit unserem Ehrenamt den Menschen eigentlich nur ein schönes Erlebnis bieten“, ergänzt Atze Marnau. „Und jetzt das.“

Insgesamt soll es das dritte Mal gewesen sein, dass jemand auf diese Weise sein Leben beendet hat. Nach bisherigen Ermittlungen geht die Polizei davon aus, dass die Frau aus dem Ostseebad ohne Fremdeinwirkung in die Tiefe stürzte, dass sie gesprungen ist. Die Ermittlungen dauern aber an.

Ab Montag soll der Warnemünder Leuchtturm wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Die Männer vom Turm öffnen ihn wie immer.

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