Mordprozess : Frank F. soll lebenslang in Haft

Vor dem Landkgericht in Rostock wird der Fall behandelt.
Vor dem Landkgericht in Rostock wird der Fall behandelt.

svz.de von
05. November 2014, 11:00 Uhr

Er kam über die Trennung nicht hinweg und erstach seine Lebensgefährtin: Für den 30-jährigen Frank F. forderte die Staatsanwaltschaft am Dienstag eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes. Der Angeklagte habe aus niedrigen Beweggründen und mit großer Hinterhältigkeit am 27. April 2014 seine Lebensgefährtin auf grausame Art getötet. Damit seien gleich zwei Mordmerkmale gegeben. Die Staatsanwältin schilderte in ihrem Plädoyer den genauen Ablauf der Tat.

Kristin S. war noch sehr jung, als sie den Angeklagten kennenlernte, noch keine 17. Frank F. verstand es, junge Frauen zu umgarnen. Bald wurde die gemeinsame Tochter geboren und die kleine Familie zog nach Lütten Klein. Die junge Mutter war zielstrebig und nahm im Kurhaus Warnemünde die Ausbildung zur Restaurantfachkraft auf. Es ärgerte sie, dass ihr Partner sich keine Arbeit suchte. Nur kurze Zeit habe er es als Pizzafahrer und Tellerwäscher im Kurhotel ausgehalten.

Mitte April trennte sich Kristin S. Sie hatte einen anderen Mann kennengelernt und stellte Frank F. ein Ultimatum, die gemeinsame Wohnung zu verlassen. Er nahm diese Trennung zunächst ohne große sichtbaren Emotionen auf. Am Tattag kehrte der Angeklagte gegen 17 Uhr in die Wohnung in der Turkuer Straße zurück. Kristin S. war gerade von der Arbeit nach Hause gekommen, legte Wäsche zusammen. Noch einmal sagte sie ihm, dass die Trennung endgültig sei.

Der Angeklagte würgte sie. Kristin S. wehrte sich und kratzte ihn am Hals. Dann zog er ein Messer mit langer Klinge aus der Hosentasche und stach viermal in ihren Bauch. Sein Opfer hatte noch die Kraft, von ihm wegzukriechen. Er stach erneut zu. Diesmal in ihren Rücken. Zuletzt versetzte er ihr einen tiefen Stich in den Hals. Er deckte sein Opfer zu, wusch sich, packte Kleidung für die kleine Tochter ein und verschwand. Kristin S. verblutete. Sie hatte keine Chance.

Nach der Tat erzählte er seiner Mutter und mehreren Freunden, sie würden ihn längere Zeit nicht sehen. Es würde alles in der Zeitung stehen. Um 23.17 Uhr stellte er sich der Polizei in Lichtenhagen.

Diesen Ablauf sah die Staatsanwältin durch das Geständnis des Angeklagten, Zeugenaussagen und DNA-Gutachten als gesichert an. Frank F. Er habe Kristin S. als sein Eigentum betrachtet. Sein Entschluss, sie zu töten, habe festgestanden. Die Verteidigung plädierte auf Totschlag und forderte ein Strafe von zwölf Jahren. Das Urteil soll am 13. November verkündet werden.

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