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Norddeutsche Neueste Nachrichten

24. September 2017 | 03:34 Uhr

Graal-Müritz : Fotos zeigen „Bad der Werktätigen“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Am Mittwoch wird im Heimatmuseum die neue Sonderausstellung „Zeitreise – Graal-Müritz in der DDR-Zeit“ eröffnet

svz.de von
erstellt am 30.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Wer das Heimatmuseum besucht, taucht unmittelbar in die Geschichte des Ostseeheilbades ein. Eine Epoche will Joachim Weyrich mit seiner neuen Sonderausstellung, der insgesamt 55., genauer beleuchten. „Zeitreise – Graal-Müritz in der DDR-Zeit“ lautet ihr Titel. „Ich denke, dass die Ausstellung auf ein großes Interesse stoßen wird. Denn sie ist etwas Besonderes“, sagt der Museumsleiter. Auf zehn Schautafeln hat der 72-Jährige Fotografien, vorrangig Schwarz-Weiß-Bilder, aus den Jahren zwischen 1949 und 1989 zusammengestellt. „Die Bilder haben der Fotograf Plunz und Lehrer Jahnel gemacht“, erzählt Weyrich.

Die alten Aufnahmen zeigen bekannte Gebäude und FDGB-Heime für die zahlreichen DDR-Bürger, die ihren Urlaub im „Bad der Werktätigen“ verbrachten, wie Graal-Müritz früher genannt wurde. Sie halten den Bau des Wohngebiets am Ostseering fest und werfen einen Blick auf den Alltag damals. „Es soll keine politische Rückschau sein, sondern die Ausstellung soll das Gemeinschaftsgefühl in Erinnerung rufen“, erklärt Weyrich. Es gibt aber auch ein Wiedersehen mit bekannten Gesichtern des Ortes wie dem Ehrenbürger Johannes Schuldt, Kosmetikerin Anke Saß oder Schuster Heidemüller. „Er war dorfbekannt. Wenn man seine Schuhe zu ihm brachte, egal, ob Einwohner oder Urlauber, hat er die Schuhe ohne sie mit dem Namen zu kennzeichnen zu den anderen Schuhen geworfen und sie dann aber auch hinterher wieder ohne Probleme zuordnen können“, erinnert sich der Museumsleiter. Und auch die Gaststätte Düne, die nach der Sturmflut 1960 abgerissen werden musste, ist zu sehen, ebenso wie das Waldhotel. „Wenn dort Tanzabende waren, standen die Leute Schlange“, weiß Weyrich.

Für die Ausstellung hat sich der Museumsleiter durch ein ganzes Archiv an Bildern durchstöbern müssen. „Jahnel und Plunz haben ihre Fotos damals der Heimatstube übergeben. Und es gibt noch wesentlich mehr, als ich jetzt zeigen konnte“, so Joachim Weyrich, der seit Frühjahr mit den Vorbereitungen für die „Zeitreise“-Schau beschäftigt ist. „Beim Betrachten der alten Aufnahmen merkt man, wie sich der Ort im Laufe der Jahre verändert hat.“

Eröffnet wird die Ausstellung am Mittwoch um 18 Uhr in der Parkstraße 21. „Ich werde dazu ein paar Worte sagen und auch die eine oder andere Geschichte erzählen“, meint Weyrich. Er ist überzeugt, dass neben Akkordeonspieler Roland Weidner auch die einheimischen Gästen mit weiteren Geschichten zum Abend beitragen können. Zu sehen ist „Zeitreise – Graal-Müritz in der DDR-Zeit“ bis 28. Oktober.

Öffnungszeiten: Di/Do 9 bis 12 Uhr und 15 bis 18 Uhr; Mi/Fr 15 bis 19 Uhr; Sa 15 bis 18 Uhr; jeden zweiten So im Monat 15 bis 18 Uhr

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