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Norddeutsche Neueste Nachrichten

26. September 2017 | 16:29 Uhr

Prozess : Fotos der eingegipsten Frau tauchen auf

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Im Prozess wegen versuchter sexueller Nötigung überrascht der Angeklagte mit einer Aussage: Er habe Beweise beiseite geschafft.

Endlose Anträge und Erklärungen des Angeklagten Michael W. (44) haben gestern das Konzept des Gerichtes durcheinandergebracht: Die angekündigten Plädoyers in dem Strafverfahren gegen den Rostocker wegen versuchter sexueller Nötigung konnten nicht gehalten werden. Michael W. überraschte dafür allerdings mit der Aussage, er habe vor seiner Festnahme seinen PC, eine Kamera und einen USB-Stick beiseite geschafft, indem er sie seinem Schwager Horst O. (50), Ehemann der verstorbenen Schwester des Angeklagten, übergab.

Auf Anordnung des Gerichts fand sich der 50-Jährige plötzlich als Zeuge im Gerichtssaal wieder. Die Polizeibeamten hatten ihn von der Arbeit weggeholt und den PC und die Kamera gleich mitgebracht. Horst O. bestätigte die Übergabe am Tag der Verhaftung am 29. Juli 2013. Er hätte sie in seinen Keller gestellt und bis heute nicht angeschaut. Anders sei es mit dem USB-Stick gewesen. Den habe der Angeklagte in einer Socke eingewickelt und in seiner Wohnung versteckt. Horst O. gab an, den Stick auf Geheiß des Angeklagten an sich genommen und sich die Bilder auf seinem PC angesehen zu haben. Es sei eine sehr junge nackte Frau zu sehen gewesen, die eingegipst auf einer Couch in der Wohnung des Angeklagten lag. „Haben Sie nicht daran gedacht, die Sachen der Polizei zu übergeben“, fragte die Staatsanwältin. Der Zeuge druckste herum und sagte dann: „Ich weiß, dass es nicht richtig war, aber ich wollte nichts damit zu tun haben.“

Mehrere Erklärungen des Angeklagten endeten mit dem Satz: „Ich weise den Vorwurf der sexuellen Nötigung entschieden zurück.“ Der bereits dreimal wegen Vergewaltigung verurteilte Angeklagte versucht alles, um der drohenden Sicherungsverwahrung zu entgehen. Als er nach der Verbüßung von insgesamt 13 Jahren Haft im Dezember 2011 in Freiheit kam, wurde er der Führungsaufsicht unterstellt und musste eine elektronische Fußfessel tragen. Das hinderte ihn nicht daran, sich in der Kleingartenanlage Goldwiese ein Versteck zu suchen. Hier soll er laut Anklage junge Mädchen dazu bewogen haben, Ganzkörpergipsabdrücke von sich anfertigen zu lassen. Sein eigentliches Ziel sei gewesen, sich an ihnen sexuell zu vergehen. Der Prozess wird nach der Auswertung des Bildmaterials am Donnerstag fortgesetzt.

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