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Forschungstaucher bergen Teile eines Schiffswracks

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erstellt am 26.Sep.2013 | 07:24 Uhr

Warnemünde | Aufmerksamen Beobachtern ist es nicht entgangen: Gestern ist das Forschungs- und Taucherschiff "Goor II" von Warnemünde aus zu einer spannenden Mission aufgebrochen. Im Auftrag des Landesverbandes für Unterwasserarchäologie sind fünf Taucher der Gesellschaft für Schiffsarchäologie und weitere fünf des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Richtung Hohe Düne gefahren.

"Ziel war die Bergung von Schiffswrackteilen vom Bodendenkmal Rostock-Ost 79", sagt Archäologe Kai Schaake. Das Schiff, um das es den Unterwasserarchäologen geht, muss um 1750 gebaut worden sein. Nach einer Nutzungsdauer soll es in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts untergegangen sein. Auch dazu gibt es offene Fragen: "Wir wissen nicht, ob es gestrandet ist, versenkt wurde oder auf diese Weise abgewrackt worden ist", sagt Schaake. Weiterhin sei unklar, ob das namentlich unbekannte Schiff im Zusammenhang mit einer potenziellen Hafenanlage steht, auf die ein Teilefeld am Meeresgrund schließen lässt. Denn dort, wo das erwähnte Bodendenkmal gelegen hat, sind Gründungsstrukturen erkennbar, die Laien umgangssprachlich als Steinkisten bezeichnen. Von den Fundamentresten ist nicht bekannt, ob sie zu einer Hafenbefestigungsanlage gehörten, ob sie eine militärische Funktion hatten oder beides der Fall war.

In Bezug auf das Wrack haben Schiffsarchäologen und das Landesamt für Denkmalpflege akuten Handlungsbedarf. "Das Wrack war im vergangenen Jahr noch relativ intakt, durch die Winterstürme Ende des vergangenen und Anfang dieses Jahres sind sehr viele Teile verschlagen worden", sagt Schaake. Daher haben Experten entschieden, auf dem Boden lose liegende Teile zu bergen und ins Holzdepot vor Kap Arkona zu schaffen. Dort lagert das Landesamt für Denkmalpflege solche aufschlussreichen Funde. Vor der Einlagerung wird das geborgene Gut vermessen, fotografiert und zeichnerisch dokumentiert. Erst danach lassen sich Schlüsse ableiten, die Licht ins Dunkel der Vergangenheit am Grunde der Ostsee bringen können.

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