Wissenschaft : Forscher untersuchen Folgen saurer Ozeane

Anhand gesammelter Proben überprüft Angelika Graiff die Auswirkungen von Ozeanversauerung und -erwärmung auf den Blasentang Fucus vesiculosus und von diesem abhängige Lebewesen.
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Anhand gesammelter Proben überprüft Angelika Graiff die Auswirkungen von Ozeanversauerung und -erwärmung auf den Blasentang Fucus vesiculosus und von diesem abhängige Lebewesen.

Nationales Programm tritt in Endphase ein / Blasentang liefert Rostocker Biologen Hinweise

svz.de von
22. September 2015, 06:00 Uhr

Wissenschaftler der Universität Rostock erforschen gemeinsam mit Kollegen aus ganz Deutschland die Versauerung der Ozeane. Diese ist eine der Nebenwirkungen des Kohlendioxid-Ausstoßes, der auch die Temperatur in der Atmosphäre steigen lässt. In dem ersten diesbezüglichen nationalen Forschungsprogramm Biological Impacts of Ocean Acidification (Bioacid) widmen sich die Forscher seit sechs Jahren den weitreichenden Folgen für Organismen und Ökosysteme. Ab dem 1. Oktober geht das Projekt in seine zweijährige Endphase.

Unter Leitung des Instituts für Meereskunde am Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel tragen die insgesamt 27 Wissenschaftler und deren Teams von zehn Institutionen ihre Ergebnisse zusammen. Dabei bewerten sie die Empfindlichkeiten von Organismen und Ökosystemen gegenüber der Ozeanversauerung und benennen Wahrscheinlichkeiten für die möglichen Auswirkungen. Erstmalig werden auch eventuelle gesellschaftliche und wirtschaftliche Folgen beleuchtet und Handlungsoptionen entwickelt. Die Ergebnisse sollen nicht nur innerhalb der Wissenschaftlergemeinde verbreitet, sondern auch für Interessensvertreter, Entscheidungsträger und interessierte Bürger verständlich und wissenschaftlich fundiert aufbereitet werden.

Die Universität Rostock ist durch Prof. Ulf Karsten und Angelika Graiff aus dem Institut für Biowissenschaften, sowie Prof. Felix Ekardt aus der Juristischen Fakultät vertreten. Karsten und Graiff werden in ihrem Teilprojekt die Komplexität von Klimawandel-Einflüssen auf den in der Ostsee vorkommenden und ökologisch wichtigen Blasentang durch die Entwicklung eines neuen Makroalgen-Modells mathematisch beschreiben. Dieses neue Modell soll sowohl in der Grundlagenforschung angewendet, als auch als Blaupause für eine anwenderfreundliche Benutzeroberfläche genutzt werden. Dadurch werden Umweltveränderungen im Lebensraum Meer und deren Auswirkungen auf Lebensgemeinschaften für die Öffentlichkeit einfach visualisiert. Felix Ekardt wird in seinem Teilprojekt insbesondere juristische, sozialpolitische und ethische Aspekte der Ozeanversauerung bearbeiten. Das Bundesforschungsministerium unterstützt die letzte Phase mit 4,3 Millionen Euro.

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