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Norddeutsche Neueste Nachrichten

13. Dezember 2017 | 12:19 Uhr

Neubrandenburg : Forscher suchen Nahrungstrends

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Neubrandenburger Forscher wollen in einem von Mecklenburg-Vorpommern geförderten Pilotprojekt mit regionalen Herstellern zusammenarbeiten und neuartige, trendige Nahrungsmittel entwickeln und testen.

svz.de von
erstellt am 28.Okt.2012 | 08:23 Uhr

Neubrandenburg | Wärmeliebende Kulturpflanzen wie Aprikosen gedeihen im norddeutschen Klima zwar weniger üppig als in südeuropäischen Tiefebenen, dafür bilden sie aber bei kühleren Temperaturen deutlich mehr gesundheitsfördernde Wirkstoffe wie Antioxidantien und Polyphenole aus. Diese Sekundärstoffe könnten nach Einschätzung Neubrandenburger Forscher bei der Herstellung besonders gesunder Lebensmittel zum Einsatz kommen. In einem vom Land geförderten Pilotprojekt wollen sie nun mit regionalen Herstellern neuartige, trendige Nahrungsmittel entwickeln und testen.

Dem Projekt seien in der deutsch-polnischen Oderregion zweieinhalbjährige Freilandtests mit wärmeliebenden Pflanzen vorausgegangen, sagt Gerhard Flick, Professor für Agrarwirtschaft an der Hochschule Neubrandenburg. Unter anderem testeten die Wissenschaftler gemeinsam mit Experten der Technischen Universität Stettin in der klimatischen Grenzregion die Kultivierung von Aprikosen, Wein, aber auch von japanischen Pflaumenarten, Kornelkirschen, Pfirsichen und Beeren wie der Kamtschatka-Heidelbeere. Die schädlingsresistenten und frostharten Arten wurden von deutschen, polnischen und schwedischen Landwirten zur Verfügung gestellt.

Während des langsamen Reifeprozesses bildeten die Pflanzen jene Wirkstoffe aus, die sich nach Verzehr fördernd auf Wohlbefinden und Fitness auswirken sollen. Gemeinsam mit Experten des Zentrums für Lebensmitteltechnologie Mecklenburg-Vorpommern gelang es den Wissenschaftlern im Labor, diese Sekundärstoffe nicht nur aus getrockneten und gemahlenen Früchten zu extrahieren. "Auch in Blättern, Trieben und sogar verholzten Zweigen ließen sich in aufwendigen computergestützten Analyseverfahren die sekundären Inhaltsstoffe nachweisen, bestätigt Diplombiologin Sabine Heeren.

Ihre Erkenntnisse aus dem mit 620 000 Euro geförderten Pilotprojekt der deutsch-polnischen Euroregion Pomerania wollen die Forscher Ende November auf einem internationalen Kongress der International Association of Northern Viticulture (IANV) in Neubrandenburg und Stettin vorstellen. Erwartet werden bis zu 300 Wissenschaftler und Weinexperten aus Deutschland, Skandinavien, dem Baltikum, Österreich, den USA, China und Kanada.

In einer zweiten Projektphase sollen nun neue, trendige Lebensmittel auf Basis der neuen Wirkstoffe entwickelt und getestet werden. Dafür gewannen die Neubrandenburger Agrarwissenschaftler Fleischer und Bäcker der Region als Partner, wie das Wirtschaftsministerium bestätigte. Zu ihnen gehört neben der Torney Landfleischerei Pribsleben in Altentreptow und der Mecklenburger Backstuben GmbH in Waren an der Müritz auch die Classic Conditorei Röntgen in Steffenshagen. Der Hersteller gekühlter Tortenrohlinge mit Kaffeehäusern in Berlin und Kühlungsborn hatte erst vor wenigen Tagen in Finnland einen Vorvertrag zur Einrichtung einer Kaffeehaus-Filiale in Helsinki unterzeichnet. "Wir setzen weniger auf Zucker und dickes Cremes, sondern auf leichte Törtchen mit Früchten und Fruchtmus", sagt Inhaber Frank Röntgen. Statt künstlicher Stoffe möchte er pflanzliche Wirkstoffe verwenden. Die ersten Fitness-Torten könnten noch 2012 gebacken werden.

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