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Wasserbelastung Rostock : Forscher: Schmarler Bach in Gefahr

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Wissenschaftler der Universität verzeichnen seit einem Jahr kritische Werte des Gewässers. Maßnahmen zur Qualitätssteigerung in Planung

svz.de von
erstellt am 03.Jul.2017 | 08:00 Uhr

Zu viel Feinstaub, zu wenig Sauerstoff und sogar Spuren von Ammoniak – wie es um die Wasserqualität des Schmarler Bachs steht und welchen Umwelteinflüssen das Gewässer ausgesetzt ist, haben Forscher der Universität Rostock ein Jahr lang akribisch protokolliert und bei Rundgängen auch für Rostocker öffentlich gemacht. Fazit: Der Schmaler Bach ist in keinem guten Zustand.

„Wir messen in Abständen von 15 Minuten“, erklärt Boris Richter, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Wasserwirtschaft an der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät an der Messstelle in der Nähe des IGA-Parks. Gemeinsam mit Master-Student Pascal Barenthin protokolliert er einmal in der Woche die Werte, die die Sonden aufnehmen. Bedenklich seien vor allem der hohe CSB-Wert, der den chemischen Sauerstoffbedarf angibt, denn in dem Fluss gibt es zu wenig O2. „Das liegt mitunter daran, dass er sehr zugewachsen ist und das Wasser deshalb nicht so schnell fließen kann“, weiß Richter. Das universitäre Forschungsprojekt läuft in enger Zusammenarbeit mit dem Verbund Kommunale Gewässer Gemeinschaftlich Entwickeln (KOGGE) ab. Insgesamt könnten er und sein Team die Werte des Staatlichen Amt für Umwelt und Natur (Stalu) bestätigen.

Bis zum März werden die Forscher weiterhin die Messwerte am Schmarler Bach aufnehmen und im Anschluss eine abschließende Auswertung machen. „Es ist bereits geplant, dass eine Kollegin im Rahmen eines nächsten Projekts einen Maßnahmenplan aufstellen wird, um eine Verbesserung zu erreichen“, sagt Richter. Dabei soll die Qualität hinsichtlich ökologischer und soziokultureller Faktoren erhöht werden, denn auch der Erholungseffekt für den Menschen spielt eine Rolle. Die potenziellen Maßnahmen müssen aber sorgsam gegeneinander abgewägt werden. Würde der Bach einfach nur „sauberer“ gemacht, indem Gewächse und Entenflott entfernt würden, erhöhe das zwar die Fließgeschwindigkeit und somit den Sauerstoffgehalt, gleichsam würde aber aller Schmutz, den der Bach normalerweise abfängt, in die Ostsee geleitet, so Richter. Zudem verringere der Eingriff dann die Lebensqualität für viele Spezies. Der Maßnahmenplan soll eine erste Richtlinie sein.

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