Universität Rostock : Forscher machen die Nacht zum Tag

Ihren Wellendämpferzeigen Paul Wilcke (l.) und Toni Krüger (r.) dem neunjährigen August.
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Ihren Wellendämpferzeigen Paul Wilcke (l.) und Toni Krüger (r.) dem neunjährigen August.

Rostocker Wissenschaftler begeistern Besucher mit spannenden Experimenten und außergewöhnlichen Exponaten

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08. Mai 2015, 07:45 Uhr

Lodernde Flammen, interessante Experimente, faszinierende Geschmackserlebnisse und viele neue Eindrücke: Die Lange Nacht der Wissenschaften hat gestern Abend zahlreiche Besucher in ihren Bann gezogen. An rund 50 Stationen in der gesamten Hansestadt konnten große und kleine Gäste in die Welt der Forschung eintauchen. Von selbst gebrannten Glaskugeln, über Experimente mit Strom und Wasser bis hin zu frittierten Mehlwürmen war für jeden Besucher etwas Spannendes dabei.

Großen Andrang gab es beispielsweise im Chemielabor von Glasbläsermeister Roland Weiß auf dem Südstadtcampus. Mit Hilfe der mehr als 2000 Grad heißen Flamme formte er nicht nur Glaskugeln für die Besucher, sondern gab auch allerhand Wissenwertes über sein Handwerk preis. „Wir versorgen die Universität mit speziellen Apparaturen und Anfertigungen für die Forschung“, erzählte Weiß. Da staunten Angelique, Philipp und Adele nicht schlecht und freuten sich, als sie ihr eigenes kleines Glaskunstwerk mit nach Hause nehmen durften.

Spannende Eindrücke sammelten auch der neunjährige August und seine Mutter Carmen Botezatu. „Für naturwissenschaftlich interessierte Kinder ist diese Veranstaltung eine tolle Sache, aber auch als Erwachsener nimmt man jede Menge mit“, lautete das Fazit der 40-Jährigen. Sohn August fand in der Zwischenzeit vor allem Gefallen an den Experimenten in der Chemie und Elektrotechnik, lauschte gespannt den Erklärungen der Forscher.

Besonders naturnah waren die Ausstellungen im Zoo, wo es unter anderem um Honig ging. „Im Winter sind allerdings mehr als die Hälfte der Bienen gestorben“, so Karl Weinkauf, der am Imkerwagen über die Bienenvölker informierte. „Ein Pestizid aus der Landwirtschaft hat die Tiere orientierungslos gemacht, sodass sie ihre Wabe nicht mehr wiedergefunden haben. Seit diesem Jahr ist der Einsatz dieses Mittels verboten.“ Im Darwineum hatten vor allem jüngere Besucher ihren Spaß und konnten die Entwicklung der Erde sehen und fühlen.

Am Universitätscampus in der Ulmenstraße standen dagegen aktuelle Forschungsprojekte im Vordergrund. Das Leibniz-Institut für Nutztierbiologie Dummerstorf stellte Ernährungsweisen für Kühe vor, durch die der Methanausstoß gesenkt werden kann. „Durch die richtige Nahrung produzieren Kühe bis zu einem Fünftel weniger Methan. Das ist für den Klimaschutz besonders wichtig“, erläuterte Dr. Manfred Mielenz.

Exotisch wurde es bei Dr. Nils Grabowski, der die Besucher mit frittierten Mehlwürmern und Heuschrecken lockte. Nach anfänglichem Widerwillen kosteten fast alle – und waren begeistert.

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