Uni Rostock : Forscher entdecken Algen in der Arktis

Prof. Dr. Ulf Karsten hat zusammen mit anderen Wissenschaftlern die neuen Algenarten entdeckt.
Prof. Dr. Ulf Karsten hat zusammen mit anderen Wissenschaftlern die neuen Algenarten entdeckt.

Drei neue Arten: Ein zufälliger Fund bei einer Expedition auf Spitzbergen

svz.de von
22. April 2015, 11:28 Uhr

Forscher aus der Hansestadt Rostock haben drei neue Arten von Kiesel-Algen in der Arktis entdeckt. Etwas kurios, dass der Fund bei einer Expedition auf Spitzbergen in der Arktis eher zufällig erfolgte.

Die Wissenschaftler um Prof. Ulf Karsten vom Institut für Biowissenschaften der Universität Rostock stellten fest, dass viele Algen noch völlig unbekannt sind. Die neu entdeckten Mikroalgen wurden in Proben von Bodenkrusten entdeckt. Weil Gletscher schmelzen, kommt immer mehr nackter Boden zum Vorschein. Das sei eine Fundgrube für die Forscher, so Karsten. Die einzelligen Kiesel-Algen dominieren die Weltmeere. Sie haben meist nur einen Zwanzigstel Millimeter Durchmesser, leben in großer Zahl in Seen, Flüssen und Meeren und besiedeln selbst kleinste feuchte Lebensräume wie Baumrinden und Erde.

Die Zahl der Kiesel- Algenarten wird auf mehrere 100 000 geschätzt, wobei erst etwa 30 000 Arten beschrieben sind. Kiesel-Algen haben eine herausragende ökologische Bedeutung, weil der dank ihrer Photosynthese freigesetzte Sauerstoff etwa ein Viertel der weltweiten Sauerstoffproduktion ausmacht. Die Rostocker Forscher wollen herausfinden, wer von den vielen in der Arktis lebenden Organismen die Verlierer und wer die Gewinner des sich verändernden natürlichen Lebensraums sind. Mit den Beobachtungen und der Analyse der Proben ließen sich letztlich auch Prognosen für die Auswirkungen des Klimawandels liefern, so die Wissenschaftler.

Die entdeckten drei neuen Arten von Kiesel-Algen dürfen von den Rostocker Forschern einen Namen erhalten. Karsten möchte mit der Benennung eines der Funde die Uni Rostock ehren, weil sie eine lange Tradition in der Algenforschung hat. Deshalb heißt die Alge Grammonema rostockensis. Mit der zweiten Entdeckung würdigt der Experte die frühere Mitarbeiterin Dr. Jana Wölfel. Sie habe Pionierarbeit in der Algenforschung der Arktis geleistet. Ihr zu Ehren wurde der Name Halamphora woelfeliae vergeben.

Der Name für den dritten Fund, Navicula kongfjordensis ist dem Kongsfjorden, einem Fjord auf Spitzbergen gewidmet, wo seit 30 Jahren auf einer internationalen Station Polarforschung betrieben wird.

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