zur Navigation springen
Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. Dezember 2017 | 06:20 Uhr

Forensische Klinik will Konsequenzen ziehen

vom

svz.de von
erstellt am 19.Sep.2013 | 07:57 Uhr

Rostock | Nach der Flucht eines als gefährlich geltenden Häftlings einer Forensischen Klinik in Rostock will die Klinikleitung Konsequenzen ziehen. Am Mittwoch war ein 37-jähriger Häftling bei einem Zahnarztbesuch seinen beiden Begleitern entkommen. Der Mann war wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung zu einer Strafe von sieben Jahren mit Unterbringung im Maßregelvollzug verurteilt worden. Nach acht Stunden wurde er wieder gefasst.

Wie der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Rostock, Peter Schuff-Werner, gestern sagte, erwäge die Klinik das Einrichten eines Zahnarztzimmers, um Patienten innerhalb der Forensischen Klinik behandeln zu können. Auch die Begleitmaßnahmen sollen überprüft werden. Bisher sei es bei Häftlingen wie dem 37-Jährigen, dem eine gewisse Lockerung im Vollzug zugestanden worden war, üblich, ihn mit Handfesseln zum Arzt zu begleiten. Das Begleitpersonal trage dabei keine Waffen. Zudem galt der Mann Schuff-Werner zufolge wegen eines Ischiasproblems als schlecht zu Fuß. Das Leiden habe er möglicherweise nur vorgetäuscht und seine Flucht geplant.

Zu der knappen Stunde, die zwischen der Flucht und dem Eintreffen der Polizei verging, sagte Schuff-Werner unter Berufung auf die Auswertung der Forensischen Klinik, etwa 30 Minuten seien in der Tat unklar. Der Häftling sei nach einer Rauchpause mit seinen Begleitern gegen 7.30 Uhr in die Klinik gegangen. In einem Gedränge auf der Treppe sei er durch den Haupteingang entwischt. Ein Begleiter sei ihm nachgelaufen, doch der Häftling war trotz der Fesseln bereits verschwunden. Um 7.39 sei die Sicherheitszentrale der Forensischen Klinik informiert worden, die die Polizei alarmierte. Diese habe um 8.17 Uhr die Fahndung ausgelöst.

Nach Angaben des behandelnden Arztes verlief die Therapie des Mannes zunehmend besser. Er habe beteuert, für die Therapie motiviert zu sein. Früher hatte die Klinikleitung wegen Zweifels daran jedoch einmal einen Antrag auf Abbruch der Therapie gestellt. Dies war von der Strafvollstreckungskammer abgelehnt worden, so Schuff-Werner.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen